Kräuter

KRÄUTER

 

 

Ob in der Küche als Gewürz, als Nahrung, oder in der Hausapotheke als gesunde Medizin, bei Ritualen zum Räuchern, zum Würzen von Getränken, oder als psychoaktiver Wirkstoff:

Kräuter sind eines der größten Geschenke der Natur.

Leider wird die Bedeutung von Kräutern in der heutigen Zeit vielfach unteschätzt. Statt sich die kostenlos verfügbaren Kräuter aus der umliegenden Natur zu holen, werden heutzutage selbst bei kleinsten Beschwerden meist teure Medikamente in der Apotheke gekauft. Im Gegensatz zur Medizin aus der Apotheke verursachen Kräuter in der Regel wesentlich weniger Nebenwirkungen als Medikamente. Warnen möchte ich jedoch vor solchen Kräuterexperten, die behaupten, es gäbe bei Kräutern keine Nebenwirkungen. Dies anzunehmen ist ein gefährlicher Leichtsinn! Bevor man eine Pflanze verwendet, muß man sich schon genau mit ihren Wirkungen, Nebenwirkungen und eventuellen Wechselwirkungen mit Medikamenten befassen.  

Der Grund dafür, daß die meisten Menschen lieber in die Apotheke gehen, ist wohl in der Schnelllebigkeit unserer modernen Gesellschaft zu sehen. Wer hat schon die Zeit, sich mit Kräuterheilkunde zu befassen, sofern er es nicht gerade als Freizeitbeschäftigung betreibt? Es braucht schon viel Mühe und Zeit, die Kräuter, ihr Aussehen, ihre Wirkungen und ihre möglichen Fundorte zu erlernen. Doch dabei bleibt es nicht; die Kräuter müssen noch gesammelt werden, anschließend folgt eine manchmal aufwändige Verarbeitung und Zubereitung. Ach ja, und den Platz für die getrockneten Kräuter muß man auch noch erübrigen und manchmal holt man sich durchs Kräutersammeln auch noch Ungeziefer ins Haus, das man dann wieder vertreiben muß. All diese Gründe lassen Kräuter als Alternative zu Medikamenten und käuflich erhältlichen Gewürzen für den durchschnittlichen Zivilisationsmenschen sehr unattraktiv werden und ich kanns sogar verstehen.

Traurig und unverständlich wird es für mich jedoch an der Stelle, wo ich merke, daß die Leute gar nichts mehr von der Bedeutung der Kräuter wissen, oder noch schlimmer, sie für gesundheitlich bedenklich oder pauschal für giftig halten. Auf diese Meinungen und diesen Irrglauben trifft man leider sehr häufig. Es ist auf dieser Unterseite auch nicht mein Ziel, alle Leser zum Kräutersammeln zu veranlassen, sondern erstmal nur auf die große Bedeutung und die von Kräutern gebotenen Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Lediglich dem ambitionierten Asatruar möchte ich nahelegen, nicht nur zu lesen, sondern auch mal zu sammeln, da ich dies für einen wesentlichen Bestandteil der zum Glauben gehörenden Lebensweise halte.

 

Empfehlungen und Regeln zum Kräutersammeln:

-Kräuter nur am Vormittag sammeln, also in etwa im Zeitraum von Sonnenaufgang bis zum Höchststand der Sonne am Mittag. In den Vormittagsstunden enthalten viele (nicht alle) Pflanzen eine höhere Konzentration der Wirk- und Geschmackstoffe, wegen derer wir sie sammeln wollen.

-Lieber etwas weniger Sammeln als einem der vermeintliche Bedarf suggeriert, denn mit dem Sammeln allein ist es nicht getan; die Kräuter wollen anschließend auch fachgerecht verarbeitet werden. Das Verarbeiten der Pflanzen erfordert in der Regel wesentlich mehr Zeit als das Sammeln und es wäre der Natur gegenüber respektlos, wenn ein Teil des Sammelguts verdirbt, weil es an der Zeit zur Verarbeitung mangelt.

 

Sammelkalender: An dieser Stelle habe ich die Zeitpunkte meiner Sammelaktivitäten der letzten beiden Jahre ausgewertet und eine Liste erstellt, in welcher Reihenfolge und zu welchem Zeitpunkt im Jahr die heimischen Früchte, Kräuter und Pilze gesammelt werden können. Die Angaben beziehen sich auf Osnabrück und Umgebung. Wer in Süddeutschland sammeln möchte kann die Sammelzeitpunkte bis zu 2 Wochen vorziehen, wer im äußersten Nordes des Landes lebt, kann ca. 1-2 Wochen später sammeln.

Die angegebenen Zeitpunkte beziehen sich auf die ideale Zeit zum Sammeln der jeweiligen Pflanzen, d.h. wenn die Pflanzen im Wuchs das Stadium erreicht haben, daß zur Verwendung die beste Qualität bietet. Zum Teil wäre ein Sammeln schon etwas früher, oder auch etwas später möglich, nur sind die Pflanzen dann entweder noch nicht weit genug ausgebildet, oder gehen schon langsam in ein anderes Entwicklungsstadium, bzw. ins Verwelken über. Die hier genannten Zeitpunkte können sich durch Daten aus 2008 und späteren Jahren noch geringfügig ändern, ebenso stellt der Sammelkalender noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und berücksichtigt ohnehin nur die im Osnabrücker Land vorkommenden Pflanzen.

1. Misteln: Mitte Dezember - Ende Januar

2. Haselnußkätzchen: Mitte Januar - Ende Februar

3. Bärlauch: Anfang März - Ende April 

4. Birke-Saft: Anfang März - Anfang April

5. Huflattich-Blüten: Mitte März - Mitte April

6. Kleines Immergrün-Blüten: Anfang April - Ende April

7. Knoblauchsrauke: Mitte März -

8. Schlüsselblume: Mitte März - Mitte April

9. Taubnessel: Anfang April -

10. Brennessel: Anfang April - Anfang November

11. Gundermann: Mitte April -

12. Holunder-Blätter: Mitte April -

13. Wildrharbarber: Mitte April - Mitte Mai

14. Birkenblätter: Mitte April - Mitte Juni

15. Löwenzahnblüten: Mitte April -

16. Waldmeister: Mitte April - Ende Mai

17. Sauerampfer:

18. Huflattichblätter: Mitte April - Anfang Oktober

19. Labkraut: Anfang Mai -

20. Fichtenspitzen: Mitte Mai -

21. Holunderblüten: Mitte Mai - Mitte Juni

22. Frauenmantel: Mitte Mai -

23. Schafgarbe: Mitte Juni - Mitte Oktober

24. Sonnwendkraut: Mitte Juni - Mitte Juli

25. Mugwurz: Mitte Juni - Mitte Dezember

26. Mädesüß: Ende Juni - Ende August

27. Wegerich: Ende Juni -

28. Himbeeren: Mitte Juli - Mitte August

29. Brombeeren: Anfang August - Mitte September

30. Vogelbeeren: Anfang August -

31. Holunderbeeren: Ende August - Mitte Oktober

32. Hopfen: Ende August - Ende September

33. Fliegenpilz: Anfang Oktober - Ende Oktober

34. Schlehen: Mitte Oktober - Mitte November

35. Sanddorn: Mitte Oktober - Mitte Dezember

 

 

Kräuter im Detail:

 

1. Alant:

 

 

2. Angelika (Engelwurz):

 

 

3. Bärenklau (Wiesen-Bärenklau):

 

 

4. Bärentraube: Ein mit Bärentraubenblättern aufgegossener Tee ist die Wunderwaffe gegen Blasenbeschwerden. Schon eine kurze Anwendung lindert oder stillt die Beschwerden erheblich. Des weiteren können die Blätter der Bärentraube geraucht werden und sind in diesem Zusammenhang als Hauptbestandteil der indianischen Friedenspfeife lange bekannt. Der Rauch hat eine beruhigende und leicht halluzinogene Wirkung, die dem von gerauchtem Hanf sehr ähnlich ist, wenn auch etwas schwächer.

 

 

 

5. Bärlapp:

 

 

 

6. Bärlauch: Hier geht es um ein Kraut, daß in der Küche und als Heilkraut in den letzten 10-20 Jahren sehr beliebt geworden ist, nachdem es zuvor lange Zeit wegen seines knoblauchähnlichen Geruchs geschmäht wurde. Bärlauch ist gegenwärtig so sehr zum Trend geworden, das es leider nicht selten vorkommt, daß mit den Bärlauchvorkommen in den Wäldern sehr plündernd und fahrlässig umgegangen wird, doch zum Thema Sammeln und Naturschutz mehr im Laufe dieses Artikels.

Geschichtliches: Bärlauch wuchs bereits zur Zeit unserer germanischen Ahnen in den schier endlosen Eichen- und Buchenwäldern, die sich nördlich der Alpen bis fast an die Nord- und Ostsee erstreckten. In der damaligen Sprache wurde die Pflanze Hramusan genannt und war als Nahrung und auch als Heilkraut wohlbekannt. Samenfunde bei archäologischen Ausgrabungen in germanischen Siedlungen belegen, daß die Pflanze häufig verwendet wurde und das teilweise schon seit der Jungsteinzeit. Das es sich bei Bärlauch um eine hochgeschätzte und heilige Pflanze handelte, erkennt man auch an ihrem Namen. Dieser bezieht sich auf die stolzen und mächtigen Bären, die damals noch in den Wäldern unserer Heimat vorkamen. Das sich der Name dieses Lauchs mit dem des Bären verbunden hat, liegt auch daran, das die Bären nach dem Erwachen aus ihrem Winterschlaf die Blätter dieser Pflanze als erste frische Nahrung im neuen Jahr vorfanden.

Beschreibung: Bärlauch nennt man auch den Knoblauch des Waldes, denn Bärlauch, Knoblauch und Zwiebeln gehören zur Gattung Allium, die wiederrum den Lilien zuzurechnen ist. Der Fachbegriff von Bärlauch ist Allium Ursinum und es gehört zu den Frostkeimern, da seine Samen mindestens zwei Wochen Frost benötigen, um im Winter im Boden zu keimen. Von Mitte Februar bis Ende April sprießen dann die Blätter aus dem Boden, die Blüten folgen von Mitte April bis in den Juni hinein. Nach dem Verblühen bleiben die jungen Samen, die mit dem Verwelken der Pflanze im Sommer auf den Waldboden gelangen und dort den Frost des Winters abwarten, um zu keimen.

Vorkommen: Bärlauch kann man grundsätzlich nur in Laubwäldern finden, unter Nadelbäumen wächst er überhaupt nicht. Als weiteres Kriterium ist eine schattige Lage und kalkhaltiger, lockerer, feuchter und humusreicher Boden notwendig. Diese Bedingungen findet man am ehesten auf den Nordhängen bewaldeter Mittelgebirge. Vor allem unter Buchen, Eschen und Eichen fühlt sich Bärlauch besonders wohl und kann dort angetroffen werden. Pflanzen, die Bärlauchstandorte begleiten und oft mit ihm zusammen vorkommen sind Aronstab, Lerchensporn und Waldmeister. In der norddeutschen Tiefebene ist Bärlauch leider nur sehr selten oder gar nicht anzutreffen, was im fehlenden Kalkgehalt der dortigen, zumeist durch Landwirtschaft übersäuerten Böden begründet ist. Treffen wir im Wald auf Bärlauch ist dies somit ein Indiz für zumindest noch halbwegs intakte Bodenverhältnisse.

Inhaltsstoffe & Heilwirkung: Frischer Bärlauch enthält viel Vitamin C und stärkt das Immunsystem des Körpers und bietet Schutz vor Erkältungen, sowie anderen Krankheiten. Gerade zu Beginn des Frühjahrs, wenn der Körper vom Winter und seiner Dunkelheit ausgelaugt ist, kann er Vitamin C gut gebrauchen. Es ist kein Zufall, das Bärlauch und einige andere Pflanzen uns dieses wichtige Vitamin gleich zu Beginn des Frühjahrs zur Verfügung stellen. Außerdem enthält Bärlauch hohen Mengen der wichtigen Mineralstoffe Eisen, Mangan und Magnesium. Ein weiterer Pluspunkt auf der Liste der Inhaltsstoffe sind die zahlreichen Schwefelverbindungen, wie das ätherische Öl Allicin, das auch für den markanten Geruch des Krauts verantwortlich ist. Allicin und andere Schwefelverbindungen der Pflanze zerstören im menschlichen Körper die freien Radikalen und schützen so den Körper vor Feinden. Allicin wirkt zudem keimtötend (antibiotisch) und kann dem Körper sowohl profilaktisch, als auch heilend bei Erkrankungen unterstützen; dies gilt insbesondere in Bezug auf Darmerkrankungen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, daß Bärlauch vor allgemein vor Erkrankungen schützt, heilend wirken kann, den Stoffwechsel belebt, entgiftet und entschlackt, die Durchblutung fördert, cholesterinbedingte Ablagerungen entfernt, sowie bei Darmerkrankungen aufgrund seiner antibiotischen Wirkung gegen bestimmte Bakterien sehr positiv wirkt. Neben der Verwendung als Heilkraut, ist Bärlauch sehr schmackhaft und in der Küche vielseitig verwendbar. Hier kann man also Nutzen und Genuß aufs angenehmste miteinander vereinbaren.

Sähen: Wer Bärlauch im eigenen Garten aussähen möchte, sollte dies im Zeitraum von Oktober bis Dezember, also vor der Frostperiode tun. Die Samen sollten 3-5 cm tief und die Saatreihen im Abstand von 10-20 cm gesetzt werden.

Bestimmung: Zunächst muß bei Sammeln darauf geachtet werden, daß es sich wirklich um Bärlauch handelt und nicht um die auf den ersten Blick ähnlich aussehenden Blätter des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlosen, da beide Pflanzen sehr giftig sind. Eine genaue Unterscheidung der Pflanzen würde hier den Rahmen sprengen, Vergleiche lassen sich aber sehr leicht durch eine kurze Recherche auf anderen Internetseiten anstellen. Auch das weiter unten folgende Bild einer einzelnen Bärlauchpflanze kann ein Anhaltspunkt für ihr genaues Aussehen sein. Hat man einen Bärlauchstandort zum Sammeln gefunden und dort, wie häufig zu beobachten, nur Bärlauch gefunden, braucht man in Zukunft nicht mehr so genau gucken und kann sich bedenkenlos dem Sammeln hingeben.

Naturschutz: Beim Sammeln von Bärlauch ist darauf zu achten, von der jeweiligen Pflanze immer nur wenige Blätter abzutrennen, da sie sonst geschwächt wird und im nächsten Jahr an dieser Stelle evtl. nicht mehr anzutreffen ist. Also bitte niemals ganze Pflanzen rausreißen, oder sie gar abmähen. Bärlauch ist ein großartiges Geschenk der Natur und hat den Respekt des Sammlers verdient. Diesen Respekt kann der Sammler dadurch zeigen, daß er nicht ganze Pflanzen rausreißt und abmäht, sondern sich die Mühe macht, einzelne Blätter abzuschneiden. Auch sollte man an solchen Stellen auf das Sammeln verzichten, wo sich nur einige wenige Pflanzen zeigen. Trifft man auf eine Bärlauchwiese, so sollte man dieser nach dem Sammeln nicht ansehen, daß Blätter entnommen wurden. Dazu schneidet man weitläufig verteilt immer nur wenige Blätter von weit auseinanderstehender Pflanzen ab. Ein nachhaltiger Umgang mit den raren Bärlauchvorkommen und der Natur ist für jeden ernsthaften Asatruar als oberstes Gebot anzusehen. Findet man keine reichhaltigen Bärlauchwiesen, so ist auf das Sammeln zu verzichten. Seit einigen Jahren gibt es gezüchteten und getrockneten Bärlauch in jedem besseren Naturkostladen. Dieser kann zwar in Geschmack und Frische mit dem selbstgesammelten Bärlauch nicht ganz mithalten, im Zweifelsfall geht aber der Erhalt der Natur vor den menschlichen Genuß! Verweis:  http://baerlauch.die-heilpflanze.de/

Verarbeitung: Kann sich das nachhaltige Sammeln von Bärlauch schon als recht mühsahm entpuppen, so geht die Arbeit danach erst richtig los. Da sich die frischen Blätter nicht lange halten, bevor sie verwelken, müssen sie so zeitnah wie möglich verarbeitet werden. Die Blätter lassen sich zwar trocknen, allerdings verlieren sie dabei über 90% ihres Geschmacks und ihrer wertvollen Inhaltsstoffe. Wer sich ernsthaft mit Bärlauch befasst, wird ein Trocknen der Blätter nicht wirklich in Betracht ziehen. Auch das Einfrieren der Blätter ist eine schlechte Alternative. Ganze Blätter sind nach dem Auftauen nicht mehr zu gebrauchen, allenfalls im kleingeschnittenen Zustand lassen sich eingefrorene und wieder aufgetaute Bärlauchblätter noch eingeschränkt nutzen. Eingeschränkt deswegen, weil sie nach dem Auftauen völlig matschig sind und von ihrer frischgrünen Farbe nur ein grünlich-braunes Etwas übrigbleibt. Sowas kann man allenfalls noch für Soßen gebrauchen.

Das Gebot der Stunde heißt nach dem Sammeln also, den frischen Bärlauch sofort in die jeweiligen Endprodukte zu verarbeiten und ihn so für längere Zeit haltbar und verfügbar zu machen. Möglichkeiten dazu sind Bärlauchbutter, Bärlauchessig, Bärlauchöl, Bärlauchpesto, oder auch Bärlauchschnaps. In jedem dieser Fälle ist die Verarbeitung mühselig und zeitaufwändig, da jedes Blatt einzeln entstielt, gewaschen, getrocknet, kleingeschnitten und eingelegt werden muß. Hat man 2-3 Kilo an Blättern gesammelt, also zwei gut gefüllte Stofftaschen voll, so kann man davon ausgehen mit der Verarbeitung 2-3 ganze Tage zu tun zu haben. Währenddessen sitzt einem ständig die Zeit im Nacken, denn nur mit Glück und Sorgfalt halten sich die Blätter überhaupt solange frisch, um sie verarbeiten zu können.

Es ist zu empfehlen, ganz zu Beginn der Bärlauchsaison zu sammeln, da die Blätter zu diesen Zeitpunkt am würzigsten sind und außerdem so jung und frisch, das sie die 2-3 Tage der Verarbeitung frisch bleiben. Um dies zu erreichen, ist die Küche während der Verarbeitung so kühl wie möglich zu halten, das heißt am besten herrschen Temperaturen von nicht über 12°C, besser noch weniger. Es ist auch zu empfehlen, den Bärlauch an Tagen mit leichtem Regen, oder zumindest ganz früh morgens zu sammeln, so daß die Blätter noch feucht sind. Diese Feuchtigkeit hält sie noch etwas länger frisch.

Zuhause angekommen schneidet man die Stiele ab und spült die Blätter einzeln unter kaltem Wasser ab, um Schmutz zu entfernen. Die noch feuchten Blätter legt man am besten vorsichtig in ein Gefäß. Damit sie nicht zu naß sind und sich nicht voll Wasser saugen können, empfiehlt es sich, sie in Schichten in das Gefäß zu legen, die man mit 1-2 Zellstofftüchern voneinander abgrenzt. Erst danach trocknet man jedes einzelne Blatt mit Zellstofftüchern ab und lagert sie bis zum Kleinschneiden in einer Stofftüte im Kühlschrank. Je nachdem, zu welchem Produkt die Blätter nun verarbeitet werden sollen, werden sie mehr oder weniger klein geschnitten und mit Butter gemischt, in Essig gelegt, usw.

Hat man die Blätter gleich nach dem Sammeln so sorgsam behandelt, wie eben beschrieben, hat man gute Chancen 2-3, vielleicht sogar 4 Tage Zeit für die Verarbeitung zu haben. Als Faustregel gilt: Für jedes Kilo gesammelter Bärlauchblätter benötigt man zur Verarbeitung einen ganzen Tag! Man sollte sich also vor dem Sammeln überlegen, was man mit den Blättern machen möchte, denn sonst sammelt man schnell mehr, als man anschließend in der Verarbeitung bewältigen kann. 

Fazit: Wie man schon am Umfang meiner Beschreibung des Bärlauchs erkennen kann, gehört diese Pflanze neben Fliegenpilz, Holunder, Sanddorn, Sonnwendkraut und Waldmeister zu meinen Lieblingen und ist mir absolut heilig. Die Mühe, die man mit diesem Kraut hat, lohnt sich in jedem Fall und ich kann nur empfehlen, Bärlauch in all seinen Varianten auszuprobieren.

Eine Bärlauchpflanze kurz vor der Blüte.

 

Bärlauchwiese im Teutoburger Wald

 

 

7. Brennesseln: Brennnesselblätter sind der Allrounder unter den Heilkräutern. Die bekannteste Form der Anwendung ist der Aufguß der getrockneten Blätter als Tee. Dieser ist nicht nur sehr schmackhaft, sondern insofern gesund, als das er den Körper entschlackt, entgiftet und entwässert; außerdem wird der Stoffwechsel angeregt. Wegen der entwässernden Wirkung soll aber nicht zuviel Brennesseltee getrunken werden, da der Körper sonst zuviel Wasser verliert. Die Brennessel ist eine sehr ergiebige Wildpflanze, denn zerrieben und als Gewürz verwendet sind Brennesselblätter nicht nur lecker, sondern versorgen den Körper mit wichtigen Mineralstoffen. Außerdem helfen sie bei Gicht, Harnwegserkrankungen, Rheuma und anderen Beschwerden. Eine weitere noch relativ bekannte Verwendung von Brennesseln ist der Brennesselkäse. Meinen Dütetaler Hartkäse (siehe Unterseite Käse) habe ich schon mit kleingeschnittenen Brennesselblättern versehen und einen sehr schmackhaften und würzigen Käse erhalten. Der Geschmack der Brennesseln ergänzt den Grundgeschmack des Käses hervorragend. Des weiteren kann man die Blätter dieser Pflanze in getrocknetem und kleingeschnittenen Zustand sehr gut als Brennesselgewürz für Soßen, Salate oder Brot verwenden. Etwas unbekannter und exotischer, aber eine Delikatesse sind gebackene Brennesselblätter (siehe Unterseite Rezepte). Durch ihre entgiftende Wirkung und den hohen Gehalt an Eisen ist sie obendrein ausgesprochen gesund.

 

 

 

8. Brunnenkresse:

 

 

 

9. Efeu:

 

 

10. Ehrenpreis:

 

 

 

11. Frauenmantel:

 

 

 

12. Gänseblümchen:

 

 

 

13. Gänsefuß:

 

 

14. Giersch:

 

 

 

15. Goldnessel:

 

 

 

16. Goldrute:

 

 

17. Gundermann: Bei den Germanen war der Gundermann dem Donnergott Donar geweiht. Es wurden Sträußchen dieser Pflanze in ihren Behausungen aufgehängt, um vor Blitzschlag gesichert zu sein. Auch als Milchzaubermittel wurde die Gundelrebe verwendet, wenn die Kühe nicht richtig Milch gaben, sie schlecht war oder sich nicht buttern ließ. Vorbeugend wurde die erste Milch nach dem Austrieb durch einen Gundelrebenkranz gemolken.

 

 

 

18. Haselnußkätzchen: Ab Mitte Januar sind die Haselnußkätzchen die ersten Pflanzen, die man in der Kräutersaison des neues Jahres sammeln kann. Die als Tee aufgegossenen Kätzchen können bei Grippebeschwerden zusammen mit getrockneten Holunderblüten als Schwitztee verwendet werden und lindern die mit der Erkrankung verbundenen Beschwerden wie Halskratzen und Hustenreiz.

 

 

 

19. Hirtentäschel:

 

 

20. Hopfen: Diese Pflanze ist durch ihre Verwendung beim Bierbrauen am bekanntesten. Dort verleiht sie dem Bier nicht nur zu seinem bitter-herben Geschmack, sondern dient durch die antibakterielle Wirkung vor allem als natürlicher Konservierungsstoff. Neben der Verarbeitung im Bier kann man Hopfen aber noch zu vielen anderen, weniger bekannten Zwecken verwenden.

Ebenso wie Waldmeister und Kalmus hat auch der Hopfen eine leicht psychoaktive Wirkung. Als Tee aufgegossene Hopfenzapfen sind ein gutes und natürliches Schlafmittel, denn der Hopfen beruhigt den Geist und macht angenehm müde. Außerdem kann er die Wirkungen anderer Kräuter verstärken oder ergänzen. Versieht man eine Waldmeisterbowle mit etwas Hopfen ist nicht nur der Geschmack weniger penetrant süß, sondern die entspannende und angenehm benebelnde Wirkung des Waldmeisters in der Bowle hält nach dem Trinken länger an. Wird Schafgarbe als Tee gegen Frauenbeschwerden angesetzt, macht es Sinn noch etwas Hopfen mit in den Tee zu geben, denn durch die im Hopfen enthaltenen Östrogene wird die Wirkung der Schafgarbe ergänzt und verstärkt.

Für die eben beschriebenen Zwecke verwendet man die getrockneten Zapfen der Hopfenpflanze. Leider trägt sie die kleinen grünen Zapfen nur von Ende August bis Ende September. Mit dem Sammeln von für ein Jahr ausreichenden Mengen Hopfen muß man sich also beeilen.

Neben der Verwendung als Heilkraut lässt sich Hopfen auch als Wildkraut in der Küche verwenden. Hopfen ist ein sehr altes Gemüse: Lange bevor die Menschen entdeckten, daß seine Blütendolden das Bier angenehm bitter und länger haltbar machen, haben sie die jungen Triebe gegessen. Erst als der bayerische Herzog Wilhelm IV. im Jahr 1516 mit seinem Reinheitsgebot den Hopfen zur Grundsubstanz beim Bierbrauen erklärte, verdienten die Hopfenbauern das meiste Geld mit den Blütendolden. Die Hallertau zwischen München, Ingolstadt und Regensburg entwickelte sich zum wichtigsten Hopfengebiet Bayerns, ist heute noch Europas größter Hopfenlieferant. Dort, im Hügelland mit mildem Klima und sandigen Böden, stehen die Pflanzen dicht an dicht, ranken hinauf an sieben Meter hohen Stangen, die untereinander mit Drähten verbunden sind. Die Landschaft hat einen ganz eigenen Charakter: geschachtelt in Karrees, zartgrün eingefärbt und sanft gewellt. Die jungen Triebe des Hopfens sind eine richtige Delikatesse, die Sie möglichst probieren sollten. Leider ist das nicht ganz einfach: Selbst in Bayern bekommen Sie Hopfensprossen fast nur in Nobelrestaurants, bei manchen Gemüsehändlern auf Bestellung und natürlich auf dem Münchner Viktualienmarkt. Denn heute sind die zarten Hopfensprossen eigentlich nur Abfallprodukt beim Hopfenanbau: Für eine kräftige neue Hopfenpflanze reichen zwei bis sechs Triebe, der Rest wird von den Wurzelstöcken abgebrochen. Sollen diese Sprossen als Gemüse auf den Markt kommen, ist die Ernte zeitraubend und mühsam. Sie müssen - ähnlich wie Spargel - vorsichtig aus der Erde geholt, mit einem Messer geschnitten und von Hand aufgelesen werden. Außerdem wachsen die aromatischen Freiland-Sprossen ab Mitte März nur etwa vier Wochen. Danach öffnen sich die Köpfchen, die Triebe kommen aus der Erde, werden grün und bitter. Seit Arbeitskräfte knapp und die Löhne hoch sind, lohnt der Aufwand nicht mehr. So sind die alten Hopfenrezepte nach dem Zweiten Weltkrieg langsam aus den Kochbüchern verschwunden.

Die Sprossen und Blätter des Hopfens im Frühjahr.

 

Die Zapfen der weiblichen Hopfenpflanzen im Herbst.

 

 

21. Huflattich: Auch Huflattich habe ich am 06.08.2006 zum ersten Mal gesammelt. Die Blätter des Huflattich sind denen des Pestwurz sehr ähnlich, aber bei weitem nicht so groß wie bei diesem. Huflattich hat sich vor allem als Heilmittel gegen Erkrankungen der Atemwege seit Jahrhunderten einen guten Ruf erworben. Die Blätter des Huflattichs lassen sich außerdem als vorzügliches Wildgemüse verwenden und können als heimischer Tabakersatz geraucht werden. Durch die Verwendung als natürliches Toilettpapier werden Huflattichblätter manchmal auch des Wandersmanns Klopapier genannt. Außer in größter Not würde ich sie dafür aber niemals verwenden, denn dafür sind sie einfach viel zu schade. Für diesen Zweck findet man eigentlich überall andere geeignete Blätter wie die des kleinen Springkrauts.

Die Blüten des Huflattichs erscheinen im März vor den Blättern der Pflanze.

 

Nach dem Verblühen der Blüten ca. Mitte April wachsen die Blätter des Huflattichs bis weit in den Herbst hinein.

 

 

22. Kamille:

 

 

23. Kalmus: Die getrocknete und pulverisierte Wurzel der Sumpfpflanze Kalmus ist im englischsprachigen Raum und von einem bekannten Modegetränk auch unter dem Namen Dragonfruit bekannt. Die sehr bitter schmeckende Pflanze hilft nicht nur hervorragend gegen Magenbeschwerden, sondern kann auch bei der Rauchentwöhnung helfen. Des weiteren verleiht Kalmus Getränken eine interessant-herbe Geschmacksnote, kann aphrodisieren und in größeren Mengen genossen berauschen, da ein Inhaltsstoff der Pflanze im Körper zu Meskalin umgewandelt wird.

 

 

24. Klee: Die getrockneten Blüten des Rotklee werden als Tee aufgesetzt und helfen dem Körper nach Infektionen bei der Genesung, Rekonvaleszenz und stärken das Immunsystem. In Kombination mit dem Wasserhanf lässt sich diese Wirkung noch steigern.

 

 

25. Klette (Große):

 

 

26. Knoblauchsrauke:

 

 

 

27. Knöterich:

 

 

28. Königskerze:

 

 

 

29. Labkraut: Möchte man eigenen Käse herstellen, braucht man vor allem eine Zutat, den Lab. Lab enthält ein Enzym, daß dazu führt, das die Milch gerinnt, ohne dabei sauer und schlecht zu werden. Dies ist die Vorraussetzung zur Herstellung von Käse. Lab kann sowohl aus tierischen, als auch aus pflanzlichen Quellen hergestellt werden. Traditionell wird Lab aus dem Magensaft von Rindern, speziell aus dem von Kälbern hergestellt. Nicht ohne Zufall, enstand der erste Käse, als die Menschen in der Jungsteinzeit auf die Idee kamen, frische Milch in den Mägen ihrer Rinder aufzubewahren. Da in den zu Gefäßen gebundenen Mägen noch geringe Mengen Magensäfte mit Lab und seinem speziellen Enzym vorhanden waren, kam es zur Gerinnung der Milch und somit zur unabsichtlichen Herstellung des ersten Käses.

Wer nun Lab aus Rindermägen unapettitlich findet, der sollte pflanzliches Lab verwenden. Dieses kann man entweder bei Ebay, oder sehr viel teurer in Apotheken und Reformhäusern kaufen. Eine andere Alternative ist die Verwendung eigenen Labs, in Form selbstgesammelter Labkräuter. Verschiedene Sorten von Labkräutern wachsen vor allem im Frühjahr und im Sommer in unseren Wäldern und dort zumeist an den Wald- und Wegesrändern. Auch am Rande vieler Felder und Gräben und Straßen sind Labkräuter zu finden. Am häufigsten kommt das Kletten-Labkraut vor.

Anleitung: Um nun ein Labkraut zur Herstellung von Käse zu verwenden, sammelt man die Pflanze und lässt sie ein paar Tage trocknen. Die getrockneten Pflanzen werden in die frische Rohmilch gelegt, aus der später der Käse entstehen soll. Je nach der Menge der Labkrautpflanzen je Liter Milch braucht es unterschiedlich lange, bis die Milch durch das Labkraut gerinnt, also dick und schnittfest wird. Eine genaue Mengenangabe kann ich hier (noch) nicht geben. Kleine Selbstversuche sind hier die beste Variante um an Erfahrungen zu gelangen. Bei meinen ersten Versuchen hat es 1,5 bis 2 Tage gedauert, bis die Milch fest wurde. Auch hier kann ich keine genaue Zeitangabe machen, da es von der Milch und vor allem von der Raumtemperatur abhängt, wielange die Gerinnung benötigt. Probieren geht eben über Studieren. Wenn die Milch nun durch das Labkraut geronnen ist, entnimmt man dieses der Milch und kann es auf den Kompost geben. Die schnittfeste Milch lässt sich nun je nach Käserezept zu diesem weiterverarbeiten.

Auf den Nutzen des Labkrauts bin ich durch meine Suche im Internet aufmerksam geworden, als ich mich für das Sammeln von Waldmeister zu diesem informieren wollte. Auch Waldmeister gehört zu den Labkräutern und würde Milch eindicken, allerdings ist sein spezieller Geruch und Geschmack, sowie seine psychoaktive Wirkung nicht zur Herstellung von Käse geeignet. Die besten Erfahrungen habe ich mit der Verwendung von Kletten-Labkraut gemacht. Nun brauche ich keinen industriell hergestellten Lab mehr kaufen und habe einen weiteren kleinen Schritt zur Selbstversorgung gemacht und dabei sehr viel über den Nutzen der Pflanzen meiner Heimat gelernt.

 

 

30. Lavendel:

 

31. Liebstöckel:

 

 

 

32. Löwenzahn:

 

 

 

33. Lungenkraut:

 

 

34. Mädesüß: Der Name dieser Pflanze hat nichts mit einem süßen Mädel zu tun, wie man mit etwas Phantasie vielleicht meinen könnte, sondern stammt direkt von ihrer Verwendung bei den germanischen Ahnen ab. Dort wurde Mädesüß als Hauptgewürz und Konservierungsstoff für Met genutzt. Der Name Mädesüß leitet sich also aus der früheren Bezeichnung Metsüße ab. Als Heilkraut hilft Mädesüß vor allem bei Grippeerkrankung fiebersenkend und schmerzstillend. Mädesüß ist eines der wenigen natürlichen Schmerzmittel. Wer allergisch gegen Aspirin ist, darf es nicht verwenden, da die gleichen Wirkstoffe enthalten sind.

 

 

 

35. Melisse:

 

 

36. Mohn: Diese Pflanze gehört zu meinen erklärten Lieblingen unter den Kräutern. Vor allem die, in Kuchen und Brötchen, oder anderen Rezepten verarbeiteten Samen des Mohns sind für mich eine Delikatesse. Neben der Verwendung in der Küche ist Mohn aber seit Jahrtausenden als medizinisch stärkste und wirksamste Heilpflanze in vielen Kulturen bekannt. Die Wirkung von Mohn ist dabei so starkt, das es eines großen Fachwissens und viel Erfahrung bedarf, um ihn medizinisch einsetzen zu können, denn die Gefahr von Abhängigkeit und tödlichen Vergiftungen ist immer gegeben. Weltweit gibt es dutzende, wenn nicht hunderte verschiedene Mohnsorten, die sich in Aussehen und Wirkung gravierend unterscheiden. In den folgenden Beschreibungen werde ich mich daher auf die zwei bekanntesten Mohnsorten beschränken.

Klatschmohn: Bei dieser Mohnsorte handelt es sich um die, im Sommer wunderschön rot blühenden Pflanzen, die sich in Getreidefeldern und an Wegesrändern finden. In früheren Zeiten wurde Klatschmohn häufig in der heimischen Kräuterheilkunde verwendet. Die roten Blüten können getrocknet und dann ein Beruhigungs- und Einschlaftee daraus bereitet werden. Vor allem unruhigen Baby´s und Kindern gab man diesen Tee früher häufig zu trinken. Heutzutage gehen die Meinungen stark auseinander, ob diese Tees überhaupt eine nachweisbare Wirkung haben, oder nur auf dem berühmten Placeboeffekt beruhen.

Grundsätzlich enthält auch der Klatschmohn geringe Mengen an Morphin und anderen Wirkstoffen, allerdings in so geringer Konzentration, daß eine Wirkung oft angezweifelt wird. Andererseits ist ja durch die Homöopathie bekannt, das gerade kleine und gezielte Dosierungen oft eine große Wirkung haben. Im Sommer 2007 habe ich erstmals Klatschmohnblüten gesammelt und werde es selber ausprobieren, ob diese Tees eine Wirkung haben oder nicht. Die Ergebnisse werden dann an dieser Stelle zu lesen sein.

 

Schlafmohn: Diese Mohnsorte ist diejenige mit dem bei weitem höchsten Gehalt an Wirkstoffen wie Morphin, etc. Alle Teile dieser Pflanze sind hochgiftig, lediglich die reifen Samen sind ungiftig und finden daher die bereits oben erwähnte Verwendung in der Küche. Werden die Samen zu früh geerntet enthalten auch sie eine hohe Menge Morphin und können zu Vergiftungen führen.

Zur medizinischen Verwendung werden die Kapseln des unreifen Schlafmohns mit einen Messer diagonal eingeritzt und der austretende Milchsaft aufgefangen. Der frisch gewonnene Milchsaft kann entweder direkt zu Heilzwecken verwendet werden und ist in dieser Form nicht so stark wirksam, wie der getrocknete Milchsaft. Der getrocknete Milchsaft des Schlafmohns ist bekannt unter dem Namen Opium, bzw. als Rohopium. Dieses lässt sich medizinisch als Schmerzmittel für schlimmste Fälle verwenden, oder auch als starke Droge.

 

 

 

37. Mugwurz:

 

 

 

38. Pastinaken:

 

 

39. Pestwurz: Diese Pflanze soll hervorragend gegen Migräne und Heuschnupfen helfen. Durch ihre bis zum 1 Meter großen Blätter ist sie leicht zu identifizieren. Keine andere Pflanze in Mitteleuropa hat ebensogroße Blätter wie der Pestwurz.

 

 

 

40. Quecke:

 

 

41. Rosmarin:

 

 

 

42. Salbei:

 

 

43. Sauerampfer: Die Blätter des Sauerampfers kann man vor allem von der Mitte, bis zum Ende des Frühjahrs sammeln und gut als Ergänzung zu Salatköpfen im Salat verarbeiten. Auch als Suppe zubereitet oder als Zugabe zu anderen Kräutersuppen, in Soßen, Dips, Quark, Kräuterbutter,Kartoffelsuppen, Zutat zu Grüner Soße, auch zusammen mit Spinat gekocht und zu Fisch ist er gut zu verwenden. Die Blätter dieser Pflanze schmecken leicht sauer bis bitter und runden viele Gerichte somit geschmacklich ab. Außerdem sind sie der Gesundheit förderlich, das sie viel Vitamin C, Eisen und viele andere Mineralstoffe enthalten. Ebenso wie der Bärlauch ist Sauerampfer im Frühjahr als einer der ersten Vitaminlieferanten sehr nützlich, um das vom Winter geschwächte Abwehrsystem wieder auf Vordermann zu bekommen und etwas gegen die Frühjahrsmüdigkeit zu tun. Dem Sauerampfer wird bei Erkältungen eine schleimlösende Wirkung nachgesagt, ebenso unterstützt er die Verdauung und lindert Durchfall und Magenbeschwerden. Eine zu große Menge sollte man aber nicht essen, da Sauerampfer auch Oxalsäure enthält, die in höherer Dosierung zu Magenkrämpfen führen kann.

 

 

44. Schachtelhalm:

 

 

45. Schafgarbe: Die Schafgarbe kann man ab Anfang bis Mitte Juni sammeln und daraus einen Tee kochen, der vor allem bei Frauenbeschwerden wahre Wunder wirkt. Dieser Tee ist zwar nicht besonders lecker, beseitigt menstruationsbedingte Unterleibskrämpfe aber im Handumdrehen. Die Schafgarbe ist vor allem an den Rändern von Feldern auf vorwiegend trockenem und leicht sandigem Boden zu finden.

 

 46. Scharbockskraut:

 

 

 

47. Schlüsselblume:

Schlüsselblumen im April

 

 

 

48. Schöllkraut:

 

 

 

49. Sonnwendkraut: Die Kräuterheilkunde betrachtet das Sonnwendkraut (Johanniskraut) als Pflanze, die das Sonnenlicht des Sommers speichern kann, um die Freude des sonnigen Sommers dann im trüben Winter abzugeben und die Gemüter zu erhellen und zu erwärmen. Der beste Zeitpunkt zum Ernten ist um die Zeit der Sommersonnenwende herum, also zwischen dem 15.06. bis 30.06. eines jeden Jahres. In diesen Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Sonnwendkraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Sonnwendkraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Das Sonnwendkraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter und wird seit Jahrhunderten als natürliches Antidepressivum verwendet. Das gesammelte Kraut bindet man zu kleinen Bündeln und hängt es kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen auf.

Das Sonnwendkraut ist der Göttin Freyja geweiht; außerdem dem Gott Balder. Das Kraut muß entweder in der Mittsommernacht oder in der Mittagsstunde der Sonnenwende gesammelt werden. Wer es in der Nacht blühend findet, der wird reich und glücklich, da es die in der Dunkelheit scheinende Sonne darstellt. Die Pflanze ist Bestandteil des Sonnwendbüschels, das meist aus neunerlei verschiedenen Kräutern besteht, z.B. aus Frauenhaar, Sonnwendkraut, Marguerite, Thymian, Vergißmeinnicht, Bocksbart, Dotterblume, rotem Klee und Haselzweigen. Man kann die Kräuter essen, einen Tee daraus bereiten, sie gegen Blitz und Sturm räuchern, sie gegen Gewitterschäden aufs Dach werfen oder sie einfach aufhängen, um vor bösen Geistern geschützt zu sein.

Wenn man die Blütenknospen des Sonnwendkrautes zerreibt, tritt roter Saft hervor, welcher als die Tränen oder das Monatsblut der Göttin Freyja gedeutet wird. Die Pflanze vertreibt alle bösen Geister, ob aufgehängt, unters Kopfkissen gelegt oder geräuchert. Auch wird sie im Liebeszauber und -orakel verwendet. In der Heilkunde nimmt man sie gegen Wunden, Blutflüsse, Blutarmut, Gelbsucht und Schwindel.

Für die innerliche Anwendung stellt man folgendermaßen einen Tee her: 1 Teelöffel Sonnwendkraut wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und für 5-10 Minuten stehen gelassen. Für eine hochwirksamen Sonnwendkrautschnaps übergießt man 200g Sonnwendkraut mit 0,7Liter Schnaps ( Vodka oder Korn ), läßt dies zwei Wochen stehen und filtert durch ein Sieb ab.

Für die äußerliche Anwendung kann man Sonnwendkraut Öl herstellen. Hierzu übergießt man 200g Sonnwendkraut mit 400ml Speiseöl, läßt das ganze zwei Wochen an einem sonnigen Fensterplatz stehen und filtert ebenfalls durch ein Sieb ab.

 

 

 

50. Spitzwegerich: Hilft prima gegen Insektenstiche und zur Wundbehandlung. Eine genauere Beschreibung kommt bald.

 

 

51. Springkraut (Kleines): Das Springkraut passt hier nicht so wirklich in die Kategorie Naturküche, da es giftige Bestandteile enthält und in keiner Weise zum Verzehr verwendet werden kann. Das ich es hier dennoch beschreibe liegt an seiner guten Verwendbarkeit im Haushalt als natürliche/ökologische Alternative zu industriell gefertigtem Toilettpapier. Die Blätter des Springkrauts kommen in Massen vor, wachsen kontinuierlich vom Frühjahr bis in den Herbst und sind groß und vor allem weich genug für den genannten Zweck. Diese Anregung mag zwar zunächst Schmunzeln oder auch Kopfschütteln hervorrufen, sollte aber nicht sogleich als absurd abgetan werden. Wenn man mal ausrechnet wieviele Bäume für die Herstellung von Toilettpapier gefällt werden müssen und welche Mengen an Natur und Wäldern so durch den Ausguß verschwinden, kann man für eine Alternative nur dankbar sein. Im Winter, wenn keine Blätter wachsen kommt man aber um das herkömmliche Toilettpapier nicht herum, denn die Springkrautblätter sind für den genannten Zweck nur in frischem Zustand zu gebrauchen.

 

 

 

52. Storchenschnabel: 

 

 

53. Taubnessel: Die Blüten der Taubnessel werden in der Volksmedizin seit Jahrhunderten gegen Frauenbeschwerden wie Blutungen und Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Diese vielseitige Heilpflanze lindert außerdem Reizhusten, sowie Entzündungen der Atmungsorgane und des Magen-, Darmtraktes. Die Taubnessel kann sowohl äußerlich, als auch innerlich als Tee angewandt werden.

 

 

 

54. Tellerkraut:

 

 

 

55. Thymian:

 

 

56. Vogelmiere:

 

 

57. Waldsauerklee:

 

 

 

58. Waldveilchen:

 

 

 

59. Waldmeister:

Junge Waldmeisterpflanzen im April

 

Waldmeister wächst ab April in unseren Wäldern. Jedoch ist er nicht in Nadelwäldern, sondern vorwiegend an den Wegesrändern schattiger und etwas feuchter Laubwälder zu finden, vor allem dort wo viele Buchen stehen. Weit auseinander gehen die Meinungen darüber, ob man ihn nur vor der Blüte sammeln soll, oder auch während und nach dieser. Vor der Blüte ist sein Aroma in der Regel stärker. Allerdings habe ich festgestellt, das längst nicht alle Waldmeisterpflanzen eines Jahrgangs Blüten entwickeln. Deshalb sammle ich nach der Blüte nur noch die Exemplare, die keine Blüten ausgebildet haben. Häufig kommt es auch vor, daß die Waldmeisterpflanzen Ende Juli und im August nocheinmal neue, frische Blätter ausbilden. Somit bekommt man auch im Spätsommer noch frischen, aromatischen Waldmeister.

Es ist aber zu beachten, daß Waldmeister sein Aroma grundsätzlich erst entfaltet, nachdem er getrocknet wurde. Frisch gesammelten Waldmeister muß man also erstmal 2-3 Tage liegen lassen, damit er sein Aroma entwickeln kann. Das Aroma wird durch einen Stoff namens Cumarin erzeugt, der in der Pflanze enthalten ist, sich aber erst beim Welken aus ihr löst. Cumarin ist ein Giftstoff und darf daher nur in begrenzten Mengen konsumiert werden, sonst erzeugt er zunächst Kopfschmerzen und bei noch größeren Mengen Übelkeit und Erbrechen. Während der 1980er Jahre stand Cumarin vorrübergehend im Verdacht Krebs auszulösen, dieser Verdacht wurde aber in den 1990er Jahren eindeutig widerlegt. Wenn man die starke Wirkung des Waldmeisters gegen Kopfschmerzen und Migräne bedenkt, kommt für mich in diesem Zusammenhang der Verdacht auf, daß es der Lobby der Pharmaindustrie gar nicht recht sein kann, wenn sich die Leute mit Waldmeister selbst medikamentieren. Es würde mich daher nicht wundert, wenn diese Lobby hinter dem Verbot echter Waldmeisterprodukte und der angeblichen Krebsgefahr steckt.

Waldmeister kann man für ganz unterschiedliche Dinge verwenden. Die berühmtesten Beispiele sind die Waldmeisterbowle und der Waldmeisterpudding. Man kann aus ihm aber auch Waldmeistertee, Duftkissen und Heiltinkturen machen. Waldmeister bekommt durch Einfrieren noch ein stärkeres Aroma. Für Waldmeister-Sirup und ähnliche Rezepte friere ich den Waldmeister einfach im Ganzen in kleine Tiefkühlbeutel ein und kann so das ganze Jahr darauf zurückgreifen.

Waldmeisterduftkissen: Für alle, die schlecht einschlafen können, oder echte Schlafstörungen haben, kann ich empfehlen eine Menge von mindestens 6 (oder mehr) getrockneten Waldmeisterpflanzen neben, oder in das Kopfkissen zu legen. Wer nähen kann, sollte sich den Waldmeister gleich in ein richtiges Duftkissen einnähen. Der Duft des Waldmeisters ist nicht nur angenehm, sondern wirkt durch die geringen Mengen Cumarin, die man so einatmet ausgesprochen entspannend. Man schläft eindeutig leichter und besser ein und hat diesen unbeschreiblichen Wohlfühlgeruch um sich herum.

Heilwirkung: Dem Waldmeister wird sowohl nachgesagt gegen Kopfschmerzen helfen, als auch diese verursachen zu können. In diesem Zusammenhang trifft es sich recht gut, daß ich am Tag meiner ersten Waldmeisterbowle ohnehin unter einer Migräneattacke litt. Bereits weniger als 5 Minuten nach dem ersten Schluck der Waldmeisterbowle war der Migräneschmerz wie weggeblasen. So eine Wirkung habe ich noch von keiner Pille erfahren. Bei einer späteren Migräneattacke war die Wirkung des Waldmeisters nicht so durchschlagend, linderte die Beschwerden aber mindestens um die Hälfte.

Mythologie:

Da man bei der Waldmeisterbowle leicht überdosieren und Kopfschmerzen erzeugen kann, ist gegen die genannten Beschwerden der Waldmeistertee das richtige Mittel. So ein Becher Waldmeistertee lindert Kopfschmerzen und Migräne schon nach wenigen Minuten, oft verschwinden die Beschwerden sogar ganz. Selbst meine Frau, die Kräutern gegenüber kritisch eingestellt ist, schwört bei Kopfschmerzen inzwischen auf den Waldmeistertee.

Vorsicht: Für alle Produkte mit echtem Waldmeister gilt, das man sich vor einer Überdosierung in acht nehmen sollte und gerade bei den ersten Versuchen lieber die Hälfte der hier angegebenen Mengen verwenden sollte. Wie bereits erwähnt kann eine Überdosierung zu Kopfschmerzen und starken Schwindelgefühlen führen. Dies gilt vor allem beim ersten Genuß echten Waldmeisters. Bereits beim zweiten Genuß der Pflanze fällt die Wirkung nicht mehr so stark aus.

Bei der richtigen Dosierung entspannt Waldmeister und führt zu einem leichten, beschwingten und angenehmen Gefühl der Benommenheit. Waldmeister hat also eindeutig eine psychoaktive Wirkung und ist somit eine leichte Droge. Von großem Vorteil ist dabei, daß seine Wirkung bereits nach 15 Minuten nachlässt und nach 30 Minuten wieder verschwunden ist.

 

 

60. Wasserdost:

Diese Pflanze wächst im Sommer an den Ufern unserer Flüsse und Seen und hat mit dem bekannten Hanf nur einen Teil ihres Namens gemeinsam. Wasserhanf als Tee aufgegossen stärkt das Immunsystem nach Erkältungen und dient der allgemeinen Rekonvaleszenz. Schmeckt nicht gut, hilft aber! 

 

61. Wasserlinse: 

 

 

62. Wilde Möhre:

 

 

 

63. Wildrhabarber:

Der Fachbegriff für diese Pflanze ist japanischer Staudenknöterich, allerdings finde ich die im Volksmund bekannte Bezeichnung Wildrharbarber als passender, denn die Triebe der jungen Pflanzen schmecken wirklich fast genauso wie Rharbarber und haben auch eine optische Ähnlichkeit mit diesem. Der Wildrharbarber ist nicht wählerisch, am liebsten sind ihm zwar feuchte Bach- und Flussufer, aber er siedelt sich auch auf anderen Böden an.

Wo der Knöterich stand, kann man sogar im kommenden Frühjahr, bevor die neuen Triebe kommen, noch deutlich an den verdorrten, dicken Hohlstängeln des Vorjahres zu erkennen. Dazwischen und auch im weiten Umkreis schieben sich dann ab April die neuen rot-grünen Stängel mit dem Blatt an der Spitze aus dem Boden. Später stehen die dicken Stängel dicht an dicht, bis zu vier Metern hoch, und die großen Blätter bilden ein undurchdringliches Dickicht. Ist die Pflanze bereits deutlich über 50 cm hoch, wird der Stängel schnell holzig und lässt sich nicht mehr als Wildrharbarber verwenden. Von August bis Oktober bekommt der Staudenknöterich lange, weiße Blütenrispen. Sie liegen oben auf den Blättern auf.

Japanischer Staudenknöterich kommt aus Ostasien, hauptsächlich aus Japan. Ursprünglich wurde er bei uns als Zierpflanzen für Kurgärten und als Futterpflanze für Haustiere und Wild im 19. Jahrhundert eingeführt. Es hat sich allerdings herausgestellt, daß weder Wild noch Haustiere; bis auf Schafe und Ziegen, die ihn widerwillig annehmen, den Knöterich mochten. Einmal hier angesiedelt, breitete sich die Pflanze rasant aus und oft unkontrolliert aus.

Staudenknöterich hat Rhizome, das sind unterirdische Wurzelausläufer. An Standorten wie Bachufern werden bei Hochwasser ober- und unterirdische Pflanzenteile abgerissen und mitgeschleppt. Auch beim Transport von Erde für Tiefbauarbeiten werden oft Rhizomteile mitgenommen. Am neuen Standort breitet der Knöterich sich über diese Wurzelausläufer jährlich um zwei Meter aus und erreicht schnell wieder große Bestände. Benachbarte, scheinbar getrennte Bestände können über ihre unterirdischen Ausläufer verbunden sein und sich gegenseitig versorgen.

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 11.06.2011