4.Wonnenacht

4. WONNENACHT

 

Zeitpunkt: Die Wonnenacht ist das 4. Fest im Jahreskreis und findet als Mondfest am 2. Vollmond nach der Frühjahrstagundnachtlgeiche statt.

 

Bedeutung: Die Wonnenacht ist das dritte und letzte Fruchtbarkeitsfest im germanischen Jahreskreis. Während die beiden vorherigen Feste Lichterfest und Ostara der Fruchtbarkeit in der Natur gelten, ist die Wonnenacht der menschlichen Fruchtbarkeit gewidmet. Wollte man dieses Fest authentisch, wie unsere Ahnen feiern, müsste man zunächst nackt in einem Fluß oder See baden, um sich körperlich und spirituell zu reinigen und sich danach mit wechselnden Partnern in die Felder begeben. Hierbei handelt es sich allerdings um Bräuche der Ahnen, die sich nicht so ohne weiteres in die heutige Zeit und Gesellschaft einfügen lassen. Man feiert in der Wonnenacht das endgültige Siegen der Kraft der Sonne über die Kälte und die Starre des Winters. Es ist daher ein Fest mit sehr fröhlichem und ausgelassenen Charakter. Mit der Wonnenacht beginnt im germanischen Jahreskreis der Sommer und die schönsten Tage des Jahres stehen bevor.

 

 

 RITUALVORBEREITUNG

 

1. Waschen: Ein Heiligtum, bzw. ein Festplatz darf nur gewaschen, rasiert und in sauberer und ordentlicher Bekleidung betreten werden, denn im Heiligtum trifft man sich mit den Göttern. Der Respekt den Göttern gegenüber macht es selbstverständlich, ihnen nicht wie ein Lump gegenüber zu treten und sich zuvor zu pflegen. Neben dem Respekt und der Höflichkeit gegenüber den Göttern hat das Waschen aber auch einen direkten spirituellen Aspekt, der für das Gelingen eines Rituals von großer Bedeutung ist.

Mit dem Waschen entfernt man nicht nur Schmutz im materiellen Sinne vom eigenen Körper, sondern ein Bad reinigt auch Geist und Seele. Wohl jeder kennt die entspannende und befreiende Wirkung eines warmen und gemütlichen Bades. Danach fühlt man sich von Streß und den Problemen des Alltags befreit und gelöst. Eben jene entspannte und befreite Stimmung ist die Vorraussetzung, um mit Göttern und Geistern beim Ritual in positiven Kontakt zu treten. Ein Bad vor dem Ritual ist also Pflicht und nicht nur für den Goden, der das Ritual leitet, sondern für alle Festteilnehmer.

 

2. Wanderung zum Heiligtum: Die Festgesellschaft trifft sich an einem verabredeten Treffpunkt und wandert gemeinsam zum Heiligtum. Die Wanderung dient der Einstimmung auf das folgende Ritual und zur Einkehr innerer Ruhe. Sehr unterstützend, wenn auch nicht zwingend notwendig, ist dabei das Verräuchern von Kräutern und Zauberpflanzen. Dazu trägt der vorrausgehende Gode eine entzündete Räucherschale mit den passenden Kräutern. Psychoaktiv wirkende Zauberpflanzen finden an dieser Stelle ebenfalls eine passende Verwendung. Beim Betreten des Heiligtums spricht jeder Teilnehmer das kurze Gebet:

Heil Asen, heil Asinnen und allen hochheiligen Göttern!

 

3. Schmücken der Altars: Nach dem Betreten des Heiligtums packen die Festteilnehmer ihre mitgebrachten Opfergaben aus und legen sie auf den Altar. Die Opfergaben werden optisch ansprechend verteilt und dazwischen Kerzen und Teelichter entzündet. Als Opfergaben geeignet sind natürliche und der Jahreszeit entsprechende Dinge. Zum Lichterfest passen

 

 

RITUAL

 

1. Hornsignal: Der Gode steht im Norden des Heiligtums und blickt nach Süden zur Festgesellschaft. Er bläst dreimal das Horn und bittet um Ruhe und Aufmerksamkeit:

Ich gebiete Ruhe in Allvaters Versammlung!

 

2. Begrüßungsgebet: Die Festgesellschaft spricht zur weiteren Einstimmung zusammen mit dem Goden folgendes Begrüßungsgebet:

(Strophen 3 und 4 aus dem Sigdrifumal der Lieder Edda)

Heil Dir Tag, heil euch Tagessöhnen, heil Dir Nacht und nährende Erde.

Mit unzorngen Augen schaut auf uns und gebt uns sitzenden Sieg.

Heil Euch Asen, heil Euch Asinnen, heil dir fruchtbares Feld!

Wort und Weisheit gewährt uns edeln und immer heilende Hände!

 

3. Anrufen der Naturelemente: Der Gode ruft in Richtung der dazugehörigen Himmelsrichtungen die vier Elemente des Lebens an. Diese vier Elemente sind Erde, Luft, Feuer und Wasser und werden in der germanischen Mythologie durch vier Zwerge mit den Namen Nordri, Austri, Sudri und Vestri personifiziert. Jedes Element und seine Kräfte werden mit einem zugehörigen Spruch gerufen und zum Fest eingeladen. Als Grundlage allen Lebens gehören die Elemente und ihre Kräfte unabdingbar zu einem naturreligiösen Ritual und sollen dabei ihre Kräfte entfalten; d.h. sie sollen auf die Ritualteilnehmer und auf die umgebende Natur positiv rückwirken.

Norden (Erde): Heil Nordri, Wächter des Nordens! Heil, Kräfte der Erde, die sich erneuert haben und neues Leben gebaren. Wir rufen Euch und laden euch ein zu unserem Fest!

Osten (Luft): Heil Austri, Wächter des Ostens! Heil, Kräfte der Luft, die lau und milde den Frost bezwangen. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Süden (Feuer): Heil Sudri, Wächter des Südens! Heil, Kräfte des Feuers, das mit neuer Kraft Licht und Wärme brachte. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Westen (Wasser): Heil Vestri, Wächter des Westens! Heil, Kräfte des Wassers, daß frei vom Eis neues Leben hervorbringt. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Zentrum: Heil, ihr guten Kräfte von Erde, Luft, Feuer und Wasser. Kräfte des göttlichen um uns und in uns, die alles durchdringen. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest. Erfüllt uns mit Euren Gaben, mit Weisheit und Stärke und mit dem Segen der Götter, Heya!

 

4. Anrufungen der Götter: Die Götter werden vom Goden angerufen und zum Fest eingeladen, damit sie mit ihren Kräften im Heiligtum zugegen sind. Das ist die Vorraussetzung dafür, das sie ihre Opfergaben entgegennehmen und auf Bitten und Fragen der Menschen eingehen können.

Der Gode geht im Sonnenlauf (Uhrzeigersinn) vom Altar im Norden des Heiligtums an den südlichsten Punkt und nennt den Gott Ziu, während er zum Nordhimmel schaut. Anschließend geht er weiter, bis er im Osten ankommt und nach Osten blickend mit Donar den ersten Gott anzuruft und geht bei jeder Gottheit ein Stück weiter. Wenn er Widar anruft, sollte er wieder im Osten angekommen sein. Von dort geht er weiter in den Süden und spricht nach Norden auf die Erde schauend den letzten Satz der Götteranrufungen. Zuletzt geht der Gode zurück zum Altar im Norden des Heiligtums, das er somit dreimal umrundet hat. Mit diesem Ritual werden nicht nur die Götter angerufen, sondern auch ein Schutzkreis um das Heiligtum gelegt.

(Ableitung aus dem Grimnismal der Lieder Edda)

Ich rufe Donar in Bilskirnir, seinem Palast mit den 540 Gemächern. 

Ich rufe Uller in Eibental, wo er seinen Saal erbaut hat. 

Ich rufe die heitern Götter in Walaskialf, wo Wodan seinen Thron hat. 

Ich rufe Frigg in Kleinodheim, mit Wodan trinkt sie alle Tage da selig aus goldnen Schalen. 

Ich rufe Wodan in Gladsheim, in Walhalls weiter Halle. 

Ich rufe Skadi in Thyrmheim, die dort ihres Vaters alte Veste bewohnt. 

Ich rufe Balder in Breitglanz, die Gegend wo ich Greuel am wenigsten lauern weiß. 

Ich rufe Heimdall in Himmelsburg, der Wächter der Götter tinkt in wonnigem Hause süßen Met. 

Ich rufe Freyja in Folkwang, dort wählt sie täglich der Wallstatt andre Hälfte. 

Ich rufe Forseti in Glastheim, wo er thront und allen Streit schlichtet. 

Ich rufe Njörd in Noatun, ohne Mein und Makel waltet er des hohen Hauses. 

Ich rufe Widar in seinen Land Widi, da ist der Sohn den Vater zu rächen bereit. 

Ihr hochheiligen Götter in Euren Häusern ich habe Euch gerufen, nun schaut heute her in diesen Opferwald und seit zugegen bei unserem heiligen Fest!

 

5. Feuerentzünden: 

(Aus den Strophen 56 und 67 des Hâvamâl der Lieder-Edda)

Brand entbrennt an Brand, bis er zu Ende brennt, Flamme belebt sich an Flamme. Feuer ist das beste dem Erdgebornen und der Sonne Schein. Donar weihe dieses Feuer! 

 

6. Festrede / Edda-Teil:

(Strophen 104 bis 110 des Havamal der Lieder-Edda)

 104 Den alten Riesen besucht ich, nun bin ich zurück:
 Mit Schweigen erwarb ich da wenig.
 Manch Wort sprach ich zu meinem Gewinn
 In Suttungs Saal.

 105 Gunnlöd schenkte mir auf goldnem Sessel
 Einen Trunk des teuern Mets.
 Übel vergolten hab ich gleichwohl
 Ihrem heiligen Herzen,
 Ihrer glühenden Gunst.

 106 Ratamund ließ ich den Weg mir räumen
 Und den Berg durchbohren;
 In der Mitte schritt ich zwischen Riesensteigen
 Und hielt mein Haupt der Gefahr hin.

 107 Schlauer Verwandlungen Frucht erwarb ich,
 Wenig mißlingt dem Listigen.
 Denn Odhrörir ist aufgestiegen
 Zur weitbewohnten Erde.

 108 Zweifel heg ich, ob ich heim wär gekehrt
 Aus der Riesen Reich,
 Wenn mir Gunnlöd nicht half, die herzige Maid,
 Die den Arm um mich schlang.

 109 Die Eisriesen eilten des andern Tags
 Des Hohen Rat zu hören
 In des Hohen Halle.
 Sie fragten nach Bölwerk ob er heimgefahren sei
 Oder ob er durch Suttung fiel.

 110 Den Ringeid, sagt man, hat Odin geschworen:
 Wer traut noch seiner Treue?
 Den Suttung beraubt er mit Ränken des Mets
 Und ließ sich Gunnlöd grämen.

 

Das Harbardslied - Harbardsljodh

 Donar kam von der Ostfahrt her an einen Sund; jenseits stand der Fährmann mit dem Schiffe. Donar rief:
 1 Wer ist der Gesell der Gesellen, der überm Sunde steht?

 Harbard: 
 2 Wer ist der Kerl der Kerle, der da kreischt überm Wasser?

 Donar: 
 3 Über den Sund fahr mich, so füttre ich dich morgen.
 Einen Korb hab ich auf dem Rücken, beßre Kost gibt es nicht
 Eh ich ausfuhr aß ich in Ruh
 Hering und Hafermus: davon hab ich noch genug.

 Harbard : 
 4 Allzuvorlaut rühmst du dein Frühmahl;
 Du weißt das Weitre nicht:
 Traurig ist dein Hauswesen, tot wird deine Mutter sein.

 Donar: 
 5 Das hör ich nun hier, was das Schlimmste scheint
 Jedem Mann, daß meine Mutter tot sei.

 Harbard: 
 6 Du hältst dich nicht, als hättest du guter Höfe drei:
 Barbeinig stehst du in Bettlersgewand,
 Nicht einmal Hosen hast du an.

 Donar: 
 7 Steure nur her die Eiche, die Stätte zeig ich dir,
 Doch wem gehört das Schiff, das du hütest am Land?

 Harbard: 
 8 Hildolf heißt er, der mich's zu halten bat,
 Der ratkluge Recke, der in Radsei-sund wohnt.
 Er widerriet mir, Strolche und Roßdiebe zu fahren:
 Nur ehrliche Leute und die mir lange kund sein.
 Sag deinen Namen, wenn du über den Sund willst.

 Donar: 
 9 Den sag ich dir frei, obgleich ich hier friedlos bin,
 Und all mein Geschlecht. Ich bin Wodans Sohn,
 Meilis Bruder und Magnis Vater,
 Der Kräftiger der Götter; du kannst mit Thor hier sprechen.
 Ich habe zu fragen nun: wie heißest du?

 Harbard: 
 10 Harbard heiß ich,
 ich hehle den Namen selten.

 Donar: 
 11 Was solltest du ihn hehlen, wenn du schuldlos bist?

 Harbard: 
 12 Obschon ich nicht schuldlos bin, schütz ich mich doch leicht
 Vor einem wie du bist; mein Ende wüßt ich denn nah.

 Donar: 
 13 Es dünkt mich beschwerlich zu dir hinüber
 Durchs Wasser zu waten: und mein Gewand zu netzen;
 Sonst, Lotterbube, lohnt ich wahrlich
 Deinen Stachelreden, stünd ich überm Sund.

 Harbard: 
 14 Hier will ich stehen und dich erwarten.
 Du fandst wohl keinen dir härtern seit Hrungnirs Tod.

 Donar: 
 15 Des gedenkst du nun, daß ich mit Hrungnir stritt,
 Dem starkherzigen Riesen, dem von Stein das Haupt war;
 Doch ließ ich ihn stürzen, in Staub sinken.
 Was tatest du derweil, Harbard?

 Harbard: 
 16 Ich war bei Fiölwar fünf volle Winter
 Auf einem Eiland, das Allgrün heißt.
 Wir fochten und fällten die Feinde da,
 Versuchten manches und freiten Mädchen.

 Donar: 
 17 Wie ward es da
 mit euern Weibern?

 Harbard: 
 18 Wir hatten zierliche Weiber, wären sie zahmer gewesen;
 Wir hatten hübsche Weiber, wären sie uns holder gewesen.
 Aber Stricke wanden sie am Strand aus Sand,
 Gruben den Grund
 Aus tiefem Tal.
 Ich allein war allen überlegen mit List,
 Lag bei sieben Schwestern und genoß im Scherz ihre Gunst.
 Was tatest du derweil, Thor?

 Donar: 
 19 Ich tötete Thiassi, den übermütigen Riesen,
 Auf warf ich die Augen des Sohnes Ölwalts
 An den heitern Himmel:
 Die wurden meiner Werke größte Wahrzeichen,
 Allen Menschen sichtbar seitdem.
 Was tatest du derweil, Harbard?

 Harbard: 
 20 Allerlei Liebeskünste übt ich bei den Nachtreiterinnen,
 Die ich mit List ihren Männern entlockte.
 Ein harter Riese, halt ich, ist Hlebard gewesen:
 Er gab mir seine Wünschelrute, damit raubt ich ihm den Witz.

 Donar: 
 21 Gute Gabe galtst du mit üblem Lohn.

 Harbard: 
 22 Eine Eiche muß fallen, sonst fertigt man den Kahn nicht;
 Jeder sorgt für sich.
 Was tatest du derweil, Thor?

 Donar: 
 23 Ich war im Osten, überwand der Riesen
 Böswillige Bräute, da sie zum Berge gingen.
 Übermächtig würden die Riesen, wenn sie alle lebten,
 Mit den Menschen war es in Mitgard aus.
 Was tatest du derweil, Harbard?

 Harbard: 
 24 Ich war in Walland, des Kampfs zu warten,
 Verfeindete Fürsten, dem Frieden wehrend.
 Odin hat die Fürsten, die da fallen im Kampf,
 Thor hat der Thräle (Knechte) Geschlecht.

 Donar: 
 25 Unter die Asen teiltest du ungleich die Menschen,
 Hättest du der Wünsche Gewalt.

 Harbard: 
 26 Donar hat Macht genug, aber nicht Mut.
 Aus feiger Furcht fuhrst du in den Handschuh,
 Trautest nicht mehr Thor zu sein.
 Nicht wagtest du nur, so warst du in Not,
 Zu niesen noch zu furzen, daß es Fialar hörte.

 Donar: 
 27 Harbard, Schändlicher! Zu Hel schickt ich dich,
 Möcht ich über den Sund setzen.

 Harbard: 
 28 Was solltest du überm Sund,
 Was tatest du weiter, Donar?
 wo du nichts zu schaffen hast?

 Donar: 
 29 Ich war im Osten und wehrt einem Fluß;
 Da griffen Swarangs Söhne mich an.
 Sie schlugen mich mit Steinen und schadeten mir nicht.
 Sie mußten bald zuerst mich bitten um Frieden.
 Was tatest du derweil, Harbard?

 Harbard: 
 30 Ich war im Osten mit einer zu kosen,
 Spielte mit der Schneeweißen und sprach lange mit ihr.
 Ich erfreute die Goldschöne; der Scherz gefiel der Maid.

 Donar: 
 31 Da hattet ihr willige Weiber.

 Harbard: 
 32 Da hätt ich bedurft, Donar, deiner Hilfe,
 Die Schleierweiße zu entwenden.

 Donar: 
 33 Die hätt ich dir gewährt, wär dazu Zeit gewesen.

 Harbard: 
 34 Ich hätte dir auch vertraut; oder hättest du mich betrogen?

 Donar: 
 35 Bin ich denn ein Fersenzwicker wie ein alter Schuh im Frühjahr?

 Harbard: 
 36 Was tatest du weiter, Donar?

 Donar: 
 37 Berserkerbräute bändigt ich auf Hlesey:
 Das Ärgste hatten sie getrieben, betrogen alles Volk.

 Harbard: 
 38 Unrühmlich tatest du, Donar, daß du Weiber tötetest.

 Donar: 
 39 Wölfinnen waren es, Weiber kaum.
 Sie zerschellten mein Schiff, das ich auf Pfähle gestellt,
 Trotzten mir mit Eisenkeulen und vertrieben Thialfi.
 Was tatest du derweil, Harbard?

 Harbard: 
 40 Ich war beim Heere, das eben hierher
 Kriegsfahnen erhob den Speer zu färben.

 Donar: 
 41 Des gedenkst du nun,
 Wie du auszogst uns zur Überlast.

 Harbard: 
 42 Das büß ich dir gern mit goldnen Handringen
 Nach Schiedsrichterspruch, der uns versöhnen mag.

 Donar: 
 43 Woher hast du nur die Hohnreden all?
 Ich hörte niemals so höhnische.

 Harbard: 
 44 Von den alten Leuten lernt ich sie,
 Die in den Wäldern wohnen.

 Donar: 
 45 Du gibst den Gräbern zu guten Namen,
 Wenn du sie Wälder-Wohnungen nennst.

 Harbard: 
 46 So denk ich von der Art Dingen nun.

 Donar: 
 47 Deine Wortklugheit kommt dir noch übel,
 Wenn ich durchs Wasser wate.
 Lauter als ein Wolf wirst du aufschrein,
 Wenn ich dich mit dem Hammer haue.

 Harbard: 
 48 Sif hat einen Buhlen, du wirst ihn bei ihr finden:
 Der erfahre deine Kraft, das frommt dir mehr.

 Donar: 
 49 Du redest nach deines Mundes Rat, nur recht mich zu kränken.
 Verworfner Wicht! Ich weiß, daß du lügst.

 Harbard: 
 50 Und ich sage, so ist's! Säumig betreibst du die Fahrt.
 Schon wärst du weit, Donar, wenn du verwandelt fuhrst.

 Donar: 
 51 Harbard, Schändlicher! Du hast mich hier so lang verweilt.

 Harbard: 
 52 Dem Asathor, wähnt ich, wehrte so leicht nicht
 Ein Viehhirt die Fahrt.

 Donar: 
 53 Einen Rat will ich dir raten; rudre die Fähre hierher.
 Hab ein Ende der Hader! Hole den Vater Magnis.

 Harbard: 
 54 Fahr nur weg vom Sund, verweigert bleibt dir die Fahrt.

 Donar: 
 55 Weise mir nur den Weg, willst du mich nicht
 Über den Sund setzen.

 Harbard: 
 56 Geringes verlangst du, doch lang ist der Weg:
 Eine Stunde zum Stocke, zum Stein eine andre.
 Den linken Weg wähle bis du Werland erreichst.
 Da trifft Fiörgyn Donar ihren Sohn:
 Die wird ihm der Verwandten Wege zeigen
 Zu Wodans Land.

 Donar: 
 57 Komm ich heute noch hin?

 Harbard: 
 58 Du erreichst es mit Eil bei noch obenstehender Sonne,
 Wenn ich erst von dannen ging.

 Donar: 
 59 Kurz wird noch unser Gespräch, da du nur spöttisch sprichst.
 Die verweigerte Überfahrt lohn ich ein andermal.

 Harbard: 
 60 Fahr immer zu in übler Geister Gewalt!

 

7. Runengesang: Am Runengesang sollte im Idealfall die gesamte Gruppe anwesender Personen teilnehmen, denn so lässt sich am besten eine Gruppendynamik und ein Zusammengehörigkeitsgefühl aufbauen. Es werden die drei, zu diesem Fest gehörenden Runen in ihrer Bedeutung vorgestellt, angerufen und anschließend mit zahlreichen Wiederholungen gesungen. Zur Wonnennacht und ihrer Bedeutung gehören folgende Runen:

Mannaz: Als Symbol für den Menschen, das harmonische Zusammenwirken zwischen Mann und Frau und in der Gemeinschaft unserer Sippe, singen wir die Rune Mannaz.

Laguz: Als Symbol für das Wasser, Quellen, der Vitalität des Lebens und richtiger Entscheidungen singen wir die Rune Laguz.

Ingwaz: Für die männliche Energie Freys, Fruchtbarkeit und das Reifen neuen Lebens in Ruhe singen wir die Rune Ingwaz.

 

8. Opferweihe:

Opfer/Horn: Donar, segne diese Opfergaben und dieses Horn und nimm sie unter Deinen Schutz. Wer beim Trinken Gutes denkt, der bekomme Deine Hilfe. Wer beim Trinken böses denkt, den Treffe Dein Hammer. Wer das Horn entweiht, den treffe Deine Faust. So möge es sein! Solange man noch nüchtern ist, denkt man oft noch das Schlechte, nachdem man Met getrunken hat, erkennt man schon das Rechte. Ihr Götter der Asen und Wanen, gebt nun Euren Segen in unseren Met, so wollen wir ehren die Ahnen und das Ihr uns Feiern seht.

 

9. Blot: Folgende Götter sind für dieses Fest von besonderer Bedeutung. Sie werden einzeln mit den hier notierten Sätzen angerufen und erhalten die angegebenen Opfergaben:

Wodan: Wodan, Wodan, Wodan! Göttervater, Reiter des achthufigen Rosses Sleipnir, Träger des immer treffenden Speeres Gungnir, Anführer der wilden Jagd und grauer Wanderer in Midgard; wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

Ich danke Dir, daß Du mir in den letzten Wochen und Monaten mit Deiner Götterkraft allseits zur Seite standest und mir stetig neue Wege und Welten zeigtest. Du gabst mir bereitwillig von Deiner Kraft und Deinem Wissen..., o. ä.

Wodan, grauer Wanderer in Midgard, wir danken für Deine Anwesenheit und Unterstützung.

Opfergabe: Met

 

Donar: Donar, Donar, Donar! Heil Dir, stärkster aller Götter, Beschützer der Bauern, Arbeiter und Knechte, Riesenbezwinger, Besitzer des Zermalmers Mjöllnir, Herr der Weihungen; wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

-Schutz der Ernte, Schutz vor Unwettern bei Aufenthalten in der Natur, evt. Persönliches-

Donar, gutmütiger Gott, wir danken für Deine Anwesenheit.

Opfergabe: Bier

 

Frigg: Frigg, Frigg, Frigg! Fürstliche Göttin, Göttermutter, Du, die Kenntnis der Zukunft hat, Beschützerin der Familien, Bringerin des Kindersegens, Herrin aller Haushalte, Du, die oft unbemerkt durch Midgard zieht. Wir heißen Dich Willkommen bei unserem heiligen Fest, Heil Dir, Frigg.

- Persönliches-

Frigg, fürstliche Göttin, wir danken für Deine Anwesenheit. Möge Deine Güte und Deine schützende Hand auch im nächsten Jahr in unserem Haus zu Heil uns gereichen. Mögen eilende Falken Dir jeden Gram zutragen, damit Du uns beistehen kannst, hab Dank!

Opfergabe: Brot

 

Freyr: Freyr, Freyr, Freyr! Heil Dir, Njords Sohn, Freyjas Bruder, Vanengott, Vanenvetter, Vane, Erntegott und Geldgeber, Belis Feind, Eigentümer des Skidbladnir und des Ebers Gullinbursti, Slidgrugtanni, wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

Opfergabe: Waldmeistertrunk

 

Freya: Freyja, Freyja, Freyja! Heil Dir, Njörds Tochter, Freys Schwester, Ods Frau, Mutter der Hnoss und der Gorsemi, Eigentümerin fallender Krieger, des Brisingamenhalsbanddes. Vanengöttin, Vanadis, tränenschöne Göttin, Liebesgöttin, wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

Opfergabe: Waldmeistertrunk

 

Balder: Balder, Balder, Balder! Herr der Freude, Kämpfer der Aussichtslosen, Gnadenspender, Schützer der Schönheit, Fels der Hoffnung, weiser Herr des Lichtes und der Sonne; wir laden Dich ein, mit uns zu feiern.

Du, Gott der Hoffnung und des Neuanfangs, segne unsere Zusammenkunft und führe unsere Hamingja zum Guten. Hilf uns die edlen Tugenden zu erkennen und sie richtig einzusetzten.

Balder, weiser Herr, Lichtgott; wir danken für Deine Anwesenheit und Unterstützung.

Opfergabe: Met

 

Laga: Laga, Laga, Laga! Heil Dir, Wassergöttin, Beschützerin der Quellen und Brunnen. Heil Dir, Laga, die in einem Palast über rauschendem Wasser wohnt und täglich mit Wodan frisches Wasser aus goldenen Kelchen trinkt.

-Bitte um ausreichend Regen und Wasser in den kommenden Wochen bis zur Ernte 

Schütze diese Quelle aus der ich mein Trinkwasser beziehe und das mir Leben gewährt.

Opfergabe: Quellwasser

 

 

10. Opfermahl: Zur Wonnenacht bereite ich einen Bärlauchauflauf aus frischen, selbstgesammelten Bärlauchblättern, denn es ist mein Anliegen, zu jedem Fest ein Mahl zu kochen, dessen Zutaten der Jahreszeit entsprechen und die der heimischen Natur entstammen. Neben den Bärlauchblättern enthällt der Auflauf frische Brennesselblätter, Kartoffeln und Eier. Überbacken wird das ganze dann mit Käse. Wer sich für das Rezept interessiert, kann es auf der Unterseite Rezepte finden.

 

11. Götterbefragung:

 

12. Verabschiedung:

(Strophe 165 aus dem Hâvamâl der Lieder-Edda)

Des Hohen Lied ist gesungen in des hohen Halle. Den Erdensöhnen Not, unnütz den Riesensöhnen. Wohl ihm der es kann, wohl ihm der es kennt, lange lebt der es erlernt. Heil allen die es hören.

Der Ring ist gelöst, die Gemeinschaft besteht. Heil denn fahre, heil denn kehre, Heil dir auf deinen Wegen!

(Strophe 4 aus dem Vafthrudnismal der Lieder-Edda)

 

 

Bräuche:

1. Maibaum aufstellen

2. Paarung der Liebenden

3. Feuersprung

4. Morgens nackt im Tau wälzen

5. Maienzweige sammeln und im Haus aufhängen (Birke,Hasel,Wacholder,Elsbeere,Eiche,Stechpalme, Rose)

6. Wasserschöpfen an einer Quelle

7. Goden führen Ritual und Tänze in Hirschmasken durch

 

Bilder vom Fest:

 

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 29.09.2013