1.Julfest

1. JULFEST

 

Zeitpunkt: Das Julfest ist das erste der acht Feste des germanischen Jahreskreises, der mit diesem stets aufs neue beginnt. Im traditionell germanischen Verständnis endet mit dem Julfest das alte Jahr. Da nach diesem Verständnis das neue Jahr erst nach dem Ende der zwölf Rauhnächte (siehe unten) beginnt, ist das Julfest der Anfang der sogenannten "Zeit zwischen den Jahren".

Das Julfest wird zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende, also am 21.12. eines jeden Jahres gefeiert und ist daher eines der vier Sonnenfeste des Jahreskreises. Die Wintersonnenwende makiert den astronomischen Wechsel von immer kürzer werdenden Tagen, zu wieder steigender Tageslänge. Je nachdem, ob es sich um ein Schaltjahr handel und je nach Verlauf des Kalenders kann der Zeitpunkt des Festes um einen Tag früher oder später schwanken.

 

Bedeutung: Das Julfest ist die wichtigste germanische Feierlichkeit, denn die von nun an zunehmende Tageslänge weist darauf hin, daß der nächste Frühling mit Sicherheit kommen wird; die Sonne wird am Julfest neu geboren. Mit der Neugeburt der Sonne ist die Vorraussetzung allen zukünftigen Lebens geschaffen.

Für unsere germanischen Ahnen waren die Begriffe Leben und Überleben untrennbar miteinander verbunden. War in einem Jahr die Ernte schlecht ausgefallen und die Vorräte knapp, so herrschte bittere Hungersnot. Die am Julfest neugeborene Sonne verkündete im noch durchzustehenden Winter zumindest die Sicherheit eines neuen Frühlings, einer neuen Ernte und somit die Hoffnung auf ein Überleben. Auch wenn unser Leben in der zivilisierten Gesellschaft heute nicht mehr so direkt von der Natur abhängt wie damals, so sollten die Julfeierlichkeiten uns vor allem daran erinnern wie es früher war und wie es eines Tages durchaus wieder sein kann. Wir sollten das Julfest dafür nutzen den Göttern unsere Dankbarkeit für unseren Wohlstand auszusprechen und diese Dankbarkeit durch Opfergaben an die Götter zu zeigen.

 

RITUALVORBEREITUNG

 

1. Waschen: Ein Heiligtum, bzw. ein Festplatz darf nur gewaschen, rasiert und in sauberer und ordentlicher Bekleidung betreten werden, denn im Heiligtum trifft man sich mit den Göttern. Der Respekt den Göttern gegenüber macht es selbstverständlich, ihnen nicht wie ein Lump gegenüber zu treten und sich zuvor zu pflegen. Neben dem Respekt und der Höflichkeit gegenüber den Göttern hat das Waschen aber auch einen direkten spirituellen Aspekt, der für das Gelingen eines Rituals von großer Bedeutung ist.

Mit dem Waschen entfernt man nicht nur Schmutz im materiellen Sinne vom eigenen Körper, sondern ein Bad reinigt auch Geist und Seele. Wohl jeder kennt die entspannende und befreiende Wirkung eines warmen und gemütlichen Bades. Danach fühlt man sich von Streß und den Problemen des Alltags befreit und gelöst. Eben jene entspannte und befreite Stimmung ist die Vorraussetzung, um mit Göttern und Geistern beim Ritual in positiven Kontakt zu treten. Ein Bad vor dem Ritual ist also Pflicht und nicht nur für den Goden, der das Ritual leitet, sondern für alle Festteilnehmer.

 

2. Wanderung zum Heiligtum: Die Festgesellschaft trifft sich an einem verabredeten Treffpunkt und wandert gemeinsam zum Heiligtum. Die Wanderung dient der Einstimmung auf das folgende Ritual und zur Einkehr innerer Ruhe. Sehr unterstützend, wenn auch nicht zwingend notwendig, ist dabei das Verräuchern von Kräutern und Zauberpflanzen. Dazu trägt der vorrausgehende Gode eine entzündete Räucherschale mit den passenden Kräutern. Psychoaktiv wirkende Zauberpflanzen finden an dieser Stelle ebenfalls eine passende Verwendung. Beim Betreten des Heiligtums spricht jeder Teilnehmer das kurze Gebet:

Heil Asen, heil Asinnen und allen hochheiligen Göttern!

 

3. Schmücken der Altars: Nach dem Betreten des Heiligtums packen die Festteilnehmer ihre mitgebrachten Opfergaben aus und legen sie auf den Altar. Die Opfergaben werden optisch ansprechend verteilt und dazwischen Kerzen und Teelichter entzündet. Als Opfergaben geeignet sind natürliche und der Jahreszeit entsprechende Dinge. Zum Lichterfest passen

 

 

RITUAL

1. Hornsignal: Der Gode steht im Norden des Heiligtums und blickt nach Süden zur Festgesellschaft. Er bläst dreimal das Horn und bittet um Ruhe und Aufmerksamkeit:

Ich gebiete Ruhe in Allvaters Versammlung!

 

2. Begrüßungsgebet: Die Festgesellschaft spricht zur weiteren Einstimmung zusammen mit dem Goden folgendes Begrüßungsgebet:

(Strophen 3 und 4 aus dem Sigdrifumal der Lieder Edda)

Heil Dir Tag, heil euch Tagessöhnen, heil Dir Nacht und nährende Erde.

Mit unzorngen Augen schaut auf uns und gebt uns sitzenden Sieg.

Heil Euch Asen, heil Euch Asinnen, heil dir fruchtbares Feld!

Wort und Weisheit gewährt uns edeln und immer heilende Hände!

 

3. Anrufen der Naturelemente: Der Gode ruft in Richtung der dazugehörigen Himmelsrichtungen die vier Elemente des Lebens an. Diese vier Elemente sind Erde, Luft, Feuer und Wasser und werden in der germanischen Mythologie durch vier Zwerge mit den Namen Nordri, Austri, Sudri und Vestri personifiziert. Jedes Element und seine Kräfte werden mit einem zugehörigen Spruch gerufen und zum Fest eingeladen. Als Grundlage allen Lebens gehören die Elemente und ihre Kräfte unabdingbar zu einem naturreligiösen Ritual und sollen dabei ihre Kräfte entfalten; d.h. sie sollen auf die Ritualteilnehmer und auf die umgebende Natur positiv rückwirken.

Norden (Erde): Heil Nordri, Wächter des Nordens! Heil, Kräfte der Erde, die sich erneuert haben und neues Leben gebaren. Wir rufen Euch und laden euch ein zu unserem Fest!

Osten (Luft): Heil Austri, Wächter des Ostens! Heil, Kräfte der Luft, die lau und milde den Frost bezwangen. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Süden (Feuer): Heil Sudri, Wächter des Südens! Heil, Kräfte des Feuers, das mit neuer Kraft Licht und Wärme brachte. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Westen (Wasser): Heil Vestri, Wächter des Westens! Heil, Kräfte des Wassers, daß frei vom Eis neues Leben hervorbringt. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest!

Zentrum: Heil, ihr guten Kräfte von Erde, Luft, Feuer und Wasser. Kräfte des göttlichen um uns und in uns, die alles durchdringen. Wir rufen Euch und laden Euch ein zu unserem Fest. Erfüllt uns mit Euren Gaben, mit Weisheit und Stärke und mit dem Segen der Götter, Heya!

 

4. Anrufungen der Götter: Die Götter werden vom Goden angerufen und zum Fest eingeladen, damit sie mit ihren Kräften im Heiligtum zugegen sind. Das ist die Vorraussetzung dafür, das sie ihre Opfergaben entgegennehmen und auf Bitten und Fragen der Menschen eingehen können.

Der Gode geht im Sonnenlauf (Uhrzeigersinn) vom Altar im Norden des Heiligtums an den südlichsten Punkt und nennt den Gott Ziu, während er zum Nordhimmel schaut. Anschließend geht er weiter, bis er im Osten ankommt und nach Osten blickend mit Donar den ersten Gott anzuruft und geht bei jeder Gottheit ein Stück weiter. Wenn er Widar anruft, sollte er wieder im Osten angekommen sein. Von dort geht er weiter in den Süden und spricht nach Norden auf die Erde schauend den letzten Satz der Götteranrufungen. Zuletzt geht der Gode zurück zum Altar im Norden des Heiligtums, das er somit dreimal umrundet hat. Mit diesem Ritual werden nicht nur die Götter angerufen, sondern auch ein Schutzkreis um das Heiligtum gelegt.

(Ableitung aus dem Grimnismal der Lieder Edda)

Ich rufe Donar in Bilskirnir, seinem Palast mit den 540 Gemächern.

Ich rufe Uller in Eibental, wo er seinen Saal erbaut hat.

Ich rufe die heitern Götter in Walaskialf, wo Wodan seinen Thron hat.

Ich rufe Frigg in Kleinodheim, mit Wodan trinkt sie alle Tage da selig aus goldnen Schalen.

Ich rufe Wodan in Gladsheim, in Walhalls weiter Halle.

Ich rufe Skadi in Thyrmheim, die dort ihres Vaters alte Veste bewohnt.

Ich rufe Balder in Breitglanz, die Gegend wo ich Greuel am wenigsten lauern weiß.

Ich rufe Heimdall in Himmelsburg, der Wächter der Götter tinkt in wonnigem Hause süßen Met.

Ich rufe Freyja in Folkwang, dort wählt sie täglich der Wallstatt andre Hälfte.

Ich rufe Forseti in Glastheim, wo er thront und allen Streit schlichtet.

Ich rufe Njörd in Noatun, ohne Mein und Makel waltet er des hohen Hauses.

Ich rufe Widar in seinen Land Widi, da ist der Sohn den Vater zu rächen bereit.

Ihr hochheiligen Götter in Euren Häusern ich habe Euch gerufen, nun schaut heute her in dieses Heiligtum und seit zugegen bei unserem heiligen Fest!

 

5. Feuerentzünden: Der/die Hilfspriester, oder ausgewählte Festteilnehmer entzünden das Feuer, dabei muß Ruhe herrschen. Sobald es entzündet ist, weiht der Gode das Feuer mit dem Hamarsmark und folgendem Weihespruch:

(Aus den Strophen 56 und 57 des Havamal der Lieder-Edda)

Brand entbrennt an Brand, bis er zu Ende brennt, Flamme belebt sich an Flamme. Feuer ist das beste dem Erdgebornen und der Sonne Schein. Donar weihe dieses Feuer!

 

6. Festrede/Edda-Teil:

Aus der Lieder-Edda (Ältere Edda) in der Übersetzung von Karl Simrock -Der Seherin Ausspruch/Völuspa:

57 Da seh ich auftauchen zum andernmale
Aus dem Wasser die Erde und wieder grünen.
Die Fluten fallen, darüber fliegt der Aar,
Der auf dem Felsen nach Fischen weidet.

58 Die Asen einen sich auf dem Idafelde,
Über den Weltumspanner zu sprechen, den großen.
Uralter Sprüche sind sie da eingedenk,
Von Fimbultyr gefundner Runen.

59 Da werden sich wieder die wundersamen
Goldenen Bälle im Grase finden,
Die in Urzeiten die Asen hatten,
Der Fürst der Götter und Fiölnirs Geschlecht.

60 Da werden unbesät die Äcker tragen,
Alles Böse bessert sich, Baldur kehrt wieder.
In Heervaters Himmel wohnen Hödur und Baldur,
Die walweisen Götter. Wißt ihr, was das bedeutet?

61 Da kann Hönir selbst sein Los sich kiesen,
Und beider Brüder Söhne bebauen
Das weite Windheim. Wißt ihr, was das bedeutet?

62 Einen Saal seh ich heller als die Sonne,
Mit Gold bedeckt auf Gimils Höhn:,
Da werden bewährte Leute wohnen
Und ohne Ende der Ehren genießen.

63 Da reitet der Mächtige zum Rat der Götter,
Der Starke von oben, der alles steuert.
Den Streit entscheidet er, schlichtet Zwiste,
Und ordnet ewige Satzungen an.

64 Nun kommt der dunkle Drache geflogen,
Die Natter hernieder aus Nidafelsen.
Das Feld überfliegend trägt er auf den Flügeln
Nidhöggurs-Leichen - und nieder senkt er sich.

und/oder:

Aus der Lieder-Edda (Ältere Edda) in der Übersetzung vom Karl Simrock -Groas Erweckung/Grogaldr:

1 Wache, Groa, erwache, gutes Weib,
Ich wecke dich am Totentor.
Gedenkt dir des nicht? Zu deinem Grab
Hast du den Sohn beschieden.

2 "Was bekümmert nun mein einziges Kind?
Welch Unheil ängstet dich,
Daß du die Mutter anrufst, die in der Erde ruht,
Menschliche Wohnungen längst verließ?"

3 Zu übelm Spiel beschiedst du mich. Arge:
Die mein Vater umfing
Lud an den Ort mich, den kein Lebender kennt,
Eine Frau hier zu finden.

4 "Lang ist die Wanderung, die Wege sind lang,
Lang ist der Menschen Verlangen.
Wenn es sich fügt, daß sich erfüllt dein Wunsch,
So lacht dir günstiges Glück."

5 Heb ein Lied an, das heilsam ist,
Kräftige, Mutter, dein Kind.
Unterwegs fürcht ich den Untergang,
Allzujung eracht ich mich.

6 "So heb ich zuerst an ein heilkräftig Lied,
Das Rinda sang der Ran:
Hinter die Schultern wirf was du beschwerlich wähnst,
Dir selbst vertraue selber.

7 Zum ändern sing ich dir, da du irren sollst
Auf weiten Wegen wonnelos:
Der Urd Riegel sollen dich allseits wahren,
Wo du Schändliches siehst.

8 Zum dritten sing ich dies, wenn wo verderblich
Flutende Flüsse brausen,
Der reißende, rauschende rinne dem Abgrund zu,
Vor dir Versand er und schwinde.

9 Dies sing ich zum vierten, so Feinde dir dräuend
Am Galgenweg begegnen,
Ihnen mangle der Mut, die Macht sei bei dir
Bis sie zum Frieden sich fügen.

10 Dies sing ich zum fünften, so Fesseln sich dir
Um die Gelenke legen,
Lösende Glut gießt dir mein Lied um die Glieder,
Der Haft springt von der Hand,
Von den Füßen die Fessel.

11 Dies sing ich zum sechsten, stürmt die See
Wilder als Menschen wissen,
Sturm und Flut faß in den Schlauch,
Daß sie frohe Fahrt gewähren.

12 Dies sing ich zum siebenten, wenn dich schaurig umweht
Der Frost auf Felsenhöhen,
Kein Glied verletze dir der grimme Hauch,
Noch soll er die Sehnen dir straff ziehn.

13 Dies sing ich zum achten, überfällt dich
Die Nacht auf nebligem Wege,
Nichts desto minder mag dir nicht schaden
Ein getauftes totes Weib.

14 Zum neunten sing ich dir, wird dir Not mit dem Joten,
Dem schwertgeschmückten, zu reden,
Wortes und Witzes sei im bewußten Herzen
Fülle dir und Überfluß.

15 Nun fahre getrost der Gefahr entgegen,
Dich mag kein Hindernis hemmen.
Ich stand auf dem Stein an der Schwelle des Grabs
Und ließ mein Lied dir erklingen.

16 Nimm mit dir, Sohn, der Mutter Worte
Und behalte sie im Herzen:
Heils genug hast du immer
Dieweil mein Wort dir gedenkt."

 

7. Runengesang: Am Runengesang soll die gesamte Gruppe anwesender Personen teilnehmen, denn so lässt sich am besten eine Gruppendynamik und ein Zusammengehörigkeitsgefühl aufbauen. Es werden die drei, speziell zu diesem Fest gehörenden Runen in ihrer Bedeutung vorgestellt, angerufen und anschließend mit zahlreichen Wiederholungen gesungen. Zum Julfest gehören folgende Runen:

Isa: Als Symbol von Kälte, Ruhe und Stillstand in den kommenden Wintermonaten und für unsere Geduld bis zum nächsten Frühjahr singen wir die Rune Isa.

Jera: Als Symbol für das niemals stillstehende Jahresrad und das mit der Sonne wiedergeborene Licht und für Wärme singen wir die Rune Jera.

Eihwaz: Zu unserem Schutz im kommenden Jahreskreis und als Symbol des Weltenbaums Yggdrasil singen wir die Rune Eihwaz.

 

8. Opferweihe:

Opfer/Horn: Donar, segne diese Opfergaben und dieses Horn und nimm sie unter Deinen Schutz. Wer beim Trinken Gutes denkt, der bekomme Deine Hilfe. Wer beim Trinken böses denkt, den Treffe Dein Hammer. Wer das Horn entweiht, den treffe Deine Faust. So möge es sein! Solange man noch nüchtern ist, denkt man oft noch das Schlechte, nachdem man Met getrunken hat, erkennt man schon das Rechte. Ihr Götter der Asen und Wanen, gebt nun Euren Segen in unseren Met, so wollen wir ehren die Ahnen und das Ihr uns Feiern seht.

 

9. Blot: Folgende Götter sind für dieses Fest von besonderer Bedeutung. Sie werden einzeln mit den hier notierten Sätzen angerufen und erhalten die angegebenen Opfergaben:

1. Wodan - Göttervater: Wodan, Wodan, Wodan! Göttervater, Reiter des achthufigen Rosses Sleipnir, Träger des immer treffenden Speeres Gungnir, Anführer der wilden Jagd und grauer Wanderer in Midgard; wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

-Anrufung mit persönlichem oder gemeinschaftlichem Inhalt; individuell zu gestalten-

Wodan, grauer Wanderer in Midgard, wir danken für Deine Anwesenheit und Unterstützung.

Opfergabe: Met

 

2. Frigg: Frigg, Frigg, Frigg! Fürstliche Göttin, Göttermutter, Du, die Kenntnis der Zukunft hat, Beschützerin der Familien, Bringerin des Kindersegens, Herrin aller Haushalte, Du, die oft unbemerkt durch Midgard zieht. Wir heißen Dich Willkommen bei unserem heiligen Fest, Heil Dir, Frigg.

- Persönliches-

Frigga, fürstliche Göttin, wir danken für Deine Anwesenheit. Möge Deine Güte und Deine schützende Hand auch im nächsten Jahr in unserem Haus zu Heil uns gereichen. Mögen eilende Falken Dir jeden Gram zutragen, damit Du uns beistehen kannst, hab Dank!

Opfergabe: Brot

 

3. Freyr: Freyr, Freyr, Freyr! Glücksbringer, Friedensbringer, edelster der Götter, Beschützer der Liebenden, Du der die Pflanzen gedeihen lässt und reiche Ernten schenkst, wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

Bitte um Frieden und Fruchtbarkeit im kommenden Jahreskreis

Opfergabe: Gebäck in Eberform

 

4. Donar: Donar, Donar, Donar! Heil Dir, stärkster aller Götter, Beschützer der Bauern, Arbeiter und Knechte, Riesenbezwinger, Besitzer des Zermalmers Mjöllnir, Herr der Weihungen; wir rufen Dich und erbitten Deine Anwesenheit bei unserem heiligen Fest.

-Schutz der Ernte, Schutz vor Unwettern bei Aufenthalten in der Natur, evtl. Persönliches-

Donar, gutmütiger Gott, wir danken für Deine Anwesenheit.

Opfergabe: Bier, Ziegenmilch, Ziegenkäse, Ziegenfleisch

 

5. Balder: Balder, Balder, Balder! Herr der Freude, Kämpfer der Aussichtslosen, Gnadenspender, Schützer der Schönheit, Fels der Hoffnung, weiser Herr des Lichtes und der Sonne; wir laden Dich ein, mit uns zu feiern.

Du, Gott der Hoffnung und des Neuanfangs, segne unsere Zusammenkunft und führe unsere Hamingja zum Guten. Hilf uns die edlen Tugenden zu erkennen und sie richtig einzusetzten.

Balder, weiser Herr, Lichtgott; wir danken für Deine Anwesenheit und Unterstützung.

Opfergabe: Met

 

6. Ahnen: Heil unseren Ahnen, den heiligen Müttern und Vätern unserer Sippen. Ihr habt die Erde bebaut, die wir von Euch geerbt haben, und unser Land reich und fruchtbar erhalten, zum Heil aller zukünftigen Generationen. Nicht Zerstörer wart ihr, sondern Bewahrer der Erde, die Gabe mit Gabe vergalten. Dies war Euer Heil und Eure Ehre. Uns ist es Erbe und heilige Pflicht. Laßt uns Eure Ehre bewahren, dmait wir teilhaben an Eurem Heil und Euer Stamm blühe, solange die Welt besteht. Heil den Ahnen, wir danken Euch!

Opfergabe: Julgebäck, Obst

 

 

10. Opfermahl: Da das Julfest das Hauptfest des Jahreskreises ist, lasse ich mich nicht lumpen und bereite jährlich ein richtig aufwändiges Festessen zu. Da im Spätherbst alle frischen Pflanzen aus der Natur verschwunden sind und ohnehin Jagdsaison ist, bereite ich eine Mischung aus Reh- und Hirschgulasch zu. Dazu gibt es eine Pilzpfanne, Rotkohl und Knödel. Als Nachtisch steht Waldbeergrütze bereit.

 

 

11. Götterbefragung:

 

 

12. Ausleitung:

(Strophe 165 aus dem Hâvamâl der Lieder-Edda)

Des Hohen Lied ist gesungen in des hohen Halle. Den Erdensöhnen Not, unnütz den Riesensöhnen. Wohl ihm der es kann, wohl ihm der es kennt, lange lebt der es erlernt. Heil allen die es hören.

Der Ring ist gelöst, die Gemeinschaft besteht. Heil denn fahre, heil denn kehre, Heil dir auf deinen Wegen!

(Strophe 4 aus dem Vafthrudnismal der Lieder-Edda)

 

 

Bräuche:

 

1. Erledigungen/Hausputz: Spätestens bis zum Julfest soll man alles in Haus und Wohnung erledigt haben, was zu tun ist. Das bezieht sich nicht nur auf Ordnung und Sauberkeit im Haus, sondern auch auf Reparaturen, Anschaffungen und ähnliches. Was man nun im einzelnen in diesem Brauch einbezieht oder nicht, ist zuletzt eine individuelle Entscheidung, man kann aber pauschal sagen das alles dazugehört, womit man sich im kommenden Jahr nicht mehr befassen und beschäftigen möchte. Hierin liegt auch schon der Grund und der Ursprung dieses Brauchs. Mit dem Julfest fängt für uns Germanen das neue Jahr und ein neuer Jahreskreis an. Da soll man frischen Tatendrangs sein und sich nicht in den nächsten zwölf Monaten noch mit liegengebliebenen Dingen des vergangenen Jahres beschäftigen müssen.

2. Julfeuer: Vor dem Entzünden des Julfeuers werden sämtliche Lichter im Haus gelöscht, um die Entbehrungen eines Lebens in Dunkelheit vor der Neugeburt des Lichts spürbar zu machen. Durch das Entzünden des Julfeuers wird neues Licht und neue Wärme in die Welt gebracht; ein Julfest ohne Julfeuer ist daher nicht denkbar. Vom Julfeuer wird ein brennender Scheit ins Haus getragen, um damit das zuvor gelöschte Herdfeuer neu zu entzünden. Das Herdfeuer ist ein Symbol der Sonne, also die Sonnenkraft im eigenen Haus. Im traditionellen Sinne wird das Julfeuer durch das Feuerquirlen, also das Drehen eines Holzstabes auf einer Holzplatte entzündet. So mühsam muß es nicht unbedingt sein, jedoch ist darauf zu achten das man das Julfeuer nicht mit chemischen Brandbeschleunigern entzündet, da diese den unheilbringende Kräften der Riesen entsprechen.

3. Julasche: Wenn das Julfeuer erloschen ist, nimmt man ein paar Eßlöffel der noch glühenden Asche heraus und gibt sie in ein Gefäß (vorgewärmtes Glas, oder Tongefäß). Dieser Teil der Asche des Julfeuers wird bis zum kommenden Julfeuer im nächsten Jahr aufgehoben und dann wieder in das Julfeuer geworfen. In früheren Zeiten wollte man durch diesen Brauch eine gute Ernte sichern, heute kann man es als Symbol für Wohlstand und finanzielles Auskommen ansehen. Eine andere Möglichkeit des Umgangs mit der Julasche ist, diese für Fruchtbarkeit und eine gute Ernte auf die Felder zu streuen, oder sich damit zu Heilzwecken einzureiben.

4. Gebildebrot/Julstollen: Zu Jahreskreisfesten oder anderen Gelegenheiten backt man Brote in Form bestimmter Symbole. Das können Runen sein, die Irminsul, der Thorhammer, oder auch Abbildungen von Tieren. Das Brot wird nicht gegessen, sondern während des Festes/Ritual als Opfergabe den Göttern geschenkt. Dazu kann man das Gebildebrot ins Feuer werfen, in einen See, einen Berg hinunter, oder es ganz unspektakulär an einem heiligen Ort liegen lassen. Waren bei den Ahnen Tieropfer üblich, so werden heute im Asatru Tiere nur symbolisch geopfert, in dem man ihre Gestalt nachbackt und stellvertretend das Gebildebrot den Göttern übergibt.

5. Julbaum: Wie so viele andere alte Bräuche auch, hat der berühmte Weihnachtsbaum seinen Ursprung keinesfalls im Christentum, sondern ist ein abgewandelter heidnischer Brauch aus alten Zeiten. Somit sollten gerade Asatruar einen Baum aufstellen und ihn schmücken, denn mit unserem Glauben hat dieser Brauch mehr zu tun als mit Jesus & Co. Der Julbaum ist so auch ein schönes Symbol für die Weltenesche Yggdrasil und bringt uns die Kraft der Natur ins Heim; er stellt zum Julfest das spirituelle Zentrum dar. Ein besonderes Ereignis, gerade für Kinder, st das Schmücken des Baumes. Dabei sollte man als Asatruar darauf zu achten, daß man keine eindeutig christlichen Symbole verwendet. Findet man nichts anderes, kann man aber in so manchem Strohengel auch Disen oder Elfen erkennen, sobald man beim Blick darauf mal den oft anerzogenen christlichen Blickwinkel ausschalten. Als Dank und Erinnerung an die letzte Ernte im Herbst hängt man als Asatruar neben den üblichen Kugeln und Figuren eßbare Dinge an den Julbaum. Sehr geeignet dazu sind Nüsse, kleine Äpfel, Trockenfrüchte, Kekse und ähnliches.

6. Julkranz: In der Vorjulzeit, ab dem 30. Nebelung, bzw. 1. Julmond gibt es den Brauch des Julkranzes, als Paralelle zum weithin bekannten Adventskranz. Ebenso wie beim Julbaum/Weihnachtsbaum verhält es sich auch hier so, das der Julkranz das Original ist und für christliche Zwecke zum Adventskranz umgedeutet wurde. Der hauptsächliche Unterschied zum Adventskranz ist aber der, das am Anfang alle vier Kerzen entzündet werden und man in der jeweils darauffolgenden Woche eine Kerze weniger anzündet. Dies symbolisiert das bis zum Julfest/Wintersonnenwende weniger werdende Licht in der Natur. Am Tag des Julfestes wird dann die letzte Kerze gelöscht und am Ende des Festes alle Kerzen erneut entzündet, denn das Licht wurde wiedergeboren.

7. Speisung der Ahnen und Götter: Während des Julfestes und der Rauhnächte stellt man einen Teller mit Speisen für die Ahnen und Götter im Haus auf, was natürlich symbolischen Charakter hat. Nach dem Ende der Julzeit opfert man die Speisen auf dem Teller in die Natur.

8. Kuß unter dem Mistelzweig:

 

Empfehlungen:

Musik: 1. Jul - XIV Dark Centuries

 

 

 

Fotos vom Fest:

Vor dem Fest wurde im Wald dieses kleine Sonnenrad gebastelt.

 

Opfergaben, Musikinstrumente und Feuerholz werden für das Fest bereitgelegt.

 

Das Julfeuer ist entzündet.

 

Flamme wachse an Flamme...

 

Die leuchtende Irminsul und Töchterchen im Gartenhäuschen.

 

 

 

Rauhnächte / Die Zwölften:

An das Julfest schließen sich die sogenannten Zwölften an. Auch der Begriff Rauhnächte ist für diese Feiertage üblich. Diese Zeit des Jahres soll man als Asatruar zur Ruhe und zur Besinnung nutzen. Bis zum Julfest müssen daher alle wichtigen Arbeiten des vergangenen Jahres erledigt sein, um dann während der Rauhnächte ruhen zu können. Wer es mit Asatru ernst meint und dies irgendwie mit dem Beruf vereinbaren kann, der nimmt sich diese Zeit frei. Als Asatruar nutzt man die ruhigen Tage und Nächte dazu, sich auf das vergangene Jahr zu besinnen und die Geschehnisse dieses Zeitraums für sich persönlich zu reflektieren. Man kann positive und negative Entwicklungen der letzten Zeit gedanklich in ein Verhältnis zueinander stellen, um Prioritäten und Entscheidungen für das neue Jahr zu beschließen.

Dabei können einem die Götter in jenen Tagen besonders behilflich sein, denn die Grenzen zwischen den neunWelten verschimmen zu dieser Zeit und sowohl die Götter, als auch Elfen, Feen, Kobolde, etc. wandeln auf der Erde umher. Allvater Wodan reitet in den Rauhnächten mit seinen Kriegern durch die Lüfte, diesen Zug nennt man Die wilde Jagd. Wer Kontakt zu den Göttern sucht, wird ihn während der Zwölften besonders leicht und intensiv herstellen können.

 

Bräuche: Für die Zeit der Rauhnächte gibt es einige schöne Bräuche und Traditionen. Zunächst einmal ist es üblich ein Feuer zu entzünden und es während der Feiertage ununterbrochen am Brennen zu halten. Dabei kommt es nicht auf die Größe des Feuers an, eine Kerze oder ein Grablicht genügen durchaus. Dieses Feuer soll aber auf jeden Fall im Freien brennen, also zum Beispiel vor dem Fenster auf der Fensterbank. Damit erweist man Wodan und seiner wilden Jagd sowohl einen Gruß, als auch seinen Respekt.

Ein weiterer Brauch ist es, in jeder der 12 Nächte auf seine Träume zu achten, sie nach dem Aufwachen möglichst zu behalten und gleich zu notieren. Jede der 12 Nächte steht dabei für einen Monat des kommenden Jahres. Es heißt, daß diese Träume zumindest grob andeuten, was einem in dem jeweiligen Monat des nächsten Jahres widerfahren wird.

Schlag mit der Lebensrute, etc.: http://www.natura-naturans.de/artikel/rauhnacht.htm

 

Empfehlungen:

Musik: 1. Rauhnacht - Waldteufel

2. Geister im Waldgebirg - Sturmpercht

Literatur: 1. Rauhnächte - Sigrid Früh

2. Göttin Holle - Gardenstone

 

 

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 29.09.2013