4.Sachsenhof

SACHSENHOF

 

 

Der Sachsenhof in Greven-Pentrup: Nur wenige Kilometer abseits der Strecke Osnabrück-Münster liegt im Münsterland der Sachsenhof. Es handelt sich um die Rekonstruktion eines altsächsischen Gehöfts aus dem 8.Jahrhundert nach der Zeitenwende, also unmittelbar aus der Zeit, als Bonifatius die Donar-Eiche fällte und kurz bevor Karl der Große die Irminsul zerstörte und der germanischen Kultur und Lebensweise ein gewaltsames Ende bereitet hat.

Das Freilandmuseum mit der Rekonstruktion des Sachsenhof existiert in Greven-Pentrup seit 1973 und zeigt auf hervorragende Weise, wie unsere Ahnen gelebt haben, bevor sie die Versklavung durch das Christentum erfahren mussten. Leider ist das Museum selbst in der Region recht unbekannt und so bin auch ich erst vor wenigen Monaten durch Zufall bei einer Internetrecherche nach völlig anderen Dingen darauf gestoßen.

Bei unserem ersten Besuch des Sachsenhof habe ich folgende Fotoserie erstellt, die alle wesentlichen Bestandteile des Hofes und des zugehörigen Geländes dokumentiert. Ausführlichere Informationen, als die kurzen Beschreibungen unter dem jeweiligen Foto werden in Kürze weiter oben auf dieser Unterseite zu finden sein.

Folgende Beschreibung ist am Eingang zum Sachsenhof zu lesen:

"Diese frühmittelalterlich-sächsische Hofstelle (ca.8.Jahrhundert n.Chr.) entstand nach archäologischen Grabungsbefunden in dem Sandabbaugebiet Münster-Gittrup. Pfostenspuren im anstehenden Sand gaben dort die Standorte der Gebäude an. Größere zusammenhängende Verfärbungen wiesen auf Grubenhäuser hin, die bis zu einem Meter in die Erde eingetieft waren. Etwa 500 Meter südlich von hier wurden während einer Grabung ebenfalls Standspuren zeitgleicher Gebäude aufgedeckt.

Die Anlage soll Besuchern ein möglichst anschauliches Bild frühmittelalterlich-sächsicher Lebensweise im hiesigen Gebiet vermitteln. So sind neben den Gebäuden auch einige Rekonstruktionen zur Ausübung handwerklicher Tätigkeiten vorhanden. An besonderen Aktionstagen können Besucher selbst frühgeschichtliche Handwerkstätigkeiten ausprobieren. Für Gruppen werden nach vorheriger Terminabsprache Führungen angeboten.

In dem Garten innerhalb und dem Feld außerhalb der Hofanlage wird die Mehrzahl der Pflanzen angebaut, die in Gittrup für das frühe Mittelalter und zum Teil auch schon für die Bronze- und Eisenzeit nachgewiesen sind. Es handelt sich hierbei um Kulturpflanzen, Wildkräuter und Farbstoff liefernde Pflanzen. Das Anbauexperiment wird ergänzt durch Pflanzen, die aus anderen Quellen für das frühe Mittelalter bekannt sind. Ebenso ist der Wall mit für diese Zeit nachgeweisenen Gehölzen bepflanzt."

Der Sachsenhof liegt authentisch nachgebildet auf einer größeren Lichtung mitten im Wald, nur wenige hundert Meter von der Ems entfernt. Vor den Gebäuden des Hofes liegen ausgedehnte Äcker zur Selbstversorgung.

 

Als Rankhilfe für Bohnen und Erbsen dienen einfache Äste und Zweige, die es im Umfeld des Hofes reichlich gibt.

 

Im Kräutergarten des Sachsenhof wachsen allerlei Gewürz- und Heilkräuter.

 

Hier sehen wir Wermut, Liebststöckel, Thymian, Schlafmohn und andere Pflanzen.

 

Es folgen Königskerzen, Fingerhut, Rosmarin und viele weitere Kräuter.

 

Die zum Hof gehörende Scheune diente vor allem der Lagerung von Saatgut, Tierfutter und Lebensmittelvorräten. Das Gestell im Vordergrund wird Rechen genannt und dient zum Aufhängen und Trocknen von Stoffen und anderen Gegenständen des Alltags.

 

Während der einmal jährlich stattfindenden Aktionstage des Sachsenhofs erwacht das Museum zum Leben.

 

An der Scheune werden mit verschiedenen Färbepflanzen gefärbte Stoffe, sowie Webtechniken gezeigt.

 

Dieses Bild vermittelt einen guten Eindruck vom Aussehen einer sächsischen Frau im 8. Jahrhundert.

 

Die Scheune vom Wald aus gesehen.

 

Die Feuerstelle liegt weit genug entfernt von den Reetdächern der Gebäude. In der warmen Jahreszeit wurde hier gegessen und es fand das gesellige Zusammensein statt.

 

Hier sehen wir einen sogenannten Rennofen, der der Herstellung von Metall diente.

 

Diese getöpferten Schalen und Schilde stehen zum Trocknen im Rutenberg und warten darauf gebrannt zu werden.

 

Der offene Feldbrand ist die, geschichtlich gesehen, früheste Form des Brennens von Tonwaren.

 

Aufwändige Töpferöfen waren bei den Sachsen die Ausnahme. Zumeist wurde Ton in Bodenmeilern gebrannt, die zuvor befeuert wurden, dann befüllt und schließlich abgedeckt wurden. Die Abdeckung mit Erde und Grassoden speichert die Hitze in ausreichendem Maße.

 

Dieser Meiler wurde vor kurzem geöffnet und die fertig gebrannten Tonwaren entnommen. Das restliche Brennmaterial brennt langsam auf.

 

Gleich daneben findet sich ein Töpferofen zur Herstellung von Tonwaren, den man am Aktionstag auch in Betrieb sehen kann.

 

Zum Gießen von Bronze und Eisen verwendete man glühende Holzkohle, die über Blasebälge weiter erhitzt wurde.

 

Diverse Ornamente und Anhänger sind das Ergebnis des Bronzeguß am Aktionstag.

 

 

 

Das Arbeitsgerät des Drechslers.

 

 

 

Typisch für alle germanischen Völker in allen Epochen ist die Bauweise der Zäune aus Weidengeflecht. Hier sehen wir die äußere Umzäunung des Hofgeländes.

 

In diesem Fall wurde ein kleines Gehege für Haustiere daraus gebaut.

 

Ein weiteres Beispiel für die Haltung von Tieren sind Bienen. Hier sehen wir zwei Bienenstöcke in frühmittelalterlicher Bauweise.

 

Ebenso typisch ist der Bau von Grubenhäusern, deren Boden ca. 1 Meter tief in das Erdreich hinabgelassen wurde. Grubenhäuser wie dieses dienten weniger zum Wohnen, sondern waren eine geschützte Arbeitsstätte, z.B. zum Weben.

 

Auf der Rückseite des Grubenhauses liegt der Eingang und die Bauweise lässt sich gut erkennen.

 

Dies ist ein sogenannter Rutenberg, der zum Trocknen von Getreide, Heu und anderen Materialien diente. Der Boden ist höhenverstellbar und so an die Witterung, sowie an das zu trocknende Material anpassbar.

 

Blick über die Gebäude des Hofes, in der Mitte ist das Haupthaus zu sehen.

 

Im Haupthaus wohnten die Menschen und im Winter auch das Vieh.

 

Unter dem überstehenden Dach des Haupthauses haben unsere Ahnen ihr Brennholz getrocknet und gelagert.

 

Blick ins recht dunkle Innere des Haupthauses. Das helle Dreieck unter dem Dachgiebel ist eines der Rauchlöcher, denn im Haus brannte häufig zum Kochen und zum Beheizen ein offenes Feuer.

 

 

  

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 25.06.2012