Körper & Gesundheit

KÖRPER & GESUNDHEIT

 

Zum aktiv gelebten germanischen Naturglauben gehört für mich eine möglichst gesunde Lebensweise und die Stärkung und Abhärtung des Körpers. Dies geschieht zunächst für das persönliche Wohlbefinden, steht aber auch vor dem Hintergrund, die eigene Position im natürlichen Überlebenskampf nachhaltig zu stärken. Dies ist in der heutigen Zivilisationsgesellschaft kein vordergründiger Aspekt, kann aber in einer Zukunft der knappen Rohstoffe und Energiereserven wieder bedeutsam werden. Früh übt sich... 

1. Bewegung: Ein ausreichendes Maß an Bewegung ist die Grundvorraussetzung für einen gesunden Körper. Als Mindestmaß und Richtwert kann man 30 Minuten körperlicher Anstrengung pro Tag ansetzen. Der Begriff Anstrengung ist dabei wörtlich zu nehmen, gemütliches Spazierengehen ist nicht gemeint. Nach aktuellen Erkenntnissen befindet sich jeder menschliche Körper, der dieses Maß nicht erfüllt im gesundheitlichen Ausnahme- und Notzustand. Durch seine evolutionäre Entwicklung ist der menschliche Körper dazu geschaffen, sich viel zu bewegen und erfordert dies als Vorraussetzung für sein einwandfreies Funktionieren.

Radfahren: Meine bevorzugte Bewegungsart ist das Radfahren, da mir Ausdauersportarten mehr liegen als solche, bei denen es um kurzfristige Hochleistung geht. Zwei weitere Aspekte machen das Radfahren für mich als Asatruar zur idealen Sportart.

1. Ich bewege mich in der Natur und kann diese in der näheren und weiteren Umgebung bis ins Detail kennenlernen.

2. Radfahren ermöglicht es mir, Quellwasser, Milch, Getreide, Gemüse, Fisch, Kräuter und andere Lebensmittel aus der näheren Umgebung zu beziehen, da ich ja nach wie vor in einer Großstadt lebe, wo es diese Dinge nicht gleich neben dem Haus gibt.

Die genannten 30 Minuten an täglicher Anstrengung erfülle ich allein durch das Radfahren über. Da ich Teilzeit arbeite und das erst in den Nachmittags- und Abendstunden stehen bereits am frühen Morgen mehr oder minder lange Radtouren mit meinem Sohn Alwin an. Den Wunsch nach einem Kind, das gerne draußen ist, haben mir die Götter beinahe übererfüllt, denn Alwin möchte schon direkt nach dem Aufstehen nach Draußen und das ist bei ihm selten später als 6:30. So verbringen wir die Vormittage zumeist im Rahmen von Radtouren in der Natur. Wenns kurz wird, fahren wir hin und zurück nur 15-16 Kilometer zum Ritualplatz in den Opferwald. Wenns lang wird, sind wir erst am frühen Nachmittag zurück und haben dann bis zu 100 Kilometer zurückgelegt. Einen genauen täglichen Durchschnitt habe ich zwar noch nicht ermittelt, aber es wird schon deutlich über 20 Kilometer liegen. Radtouren sind meine hauptsächliche sportliche Betätigung und die Länge der Touren teile ich wie folgt ein:

Kurze Radtour = bis 25 Kilometer

Mittlere Radtour = 26-50 Kilometer

Lange Radtour = 51-75 Kilometer

Sehr lange Radtour = 76-100 Kilometer

 

Schwimmen: In früheren Jahren bin ich sehr gerne und viel zum Schwimmen gegangen, kann mich aber mit dem gechlorten Wasser und den hygenischen Zuständen, sowie den Preisen in Schwimmbädern heutzutage nicht mehr anfreunden. Seit Sommer 2008 gehe ich mit meinem Sohn ein einem kleinen See im Wald häufig Baden, zum richtigen Schwimmen ist der See im Sommer leider zu flach, bzw. das Kind noch zu klein.

 

Wald- und Gartenarbeit:

 

Wandern:

 

 

2. Ernährung: Neben ausreichender Bewegung ist vor allem eine hochwertige und ausgewogene Ernährung für die Gesundheit und Fitneß des Körpers von essentieller Bedeutung. Detaillierte Informationen zu Lebensmitteln und ihrer Herstellung finden sich auf der Unterseite Ernährung. An dieser Stelle sollen ein paar übersichtliche Stichworte zu diesem Thema genügen:

-Wenig Fastfood:  Pommes Frites, Hamburger, Currywurst, Döner, Kartoffelchips, Bratwurst und ähnliches Fastfood nehme ich nur in geringen Mengen zu mir. Eine zeitlang habe ich mal ganz darauf verzichtet, das aber ehrlich gesagt nicht über Jahre durchgehalten.

-Kaum Süßigkeiten: Keine Fruchtgummis, wenig Schokolade, keine Schokoriegel, wenig Cola, keine Limonaden, etc.

-Alkohol nur zu Festen: Alkohol nehmen wir nur zu besonderen Anlässen zu uns. Bis auf wenige Ausnahmen sind das nur die Jahreskreisfeste, zu denen Met, Bier, Holunderblütenlikör, o.ä. in begrenzten Mengen getrunken werden. Im Alltag hat Alkohol nichts zu suchen und findet daher bei uns keine Verwendung.

-Kein Rauchen: Dieses Thema verbietet sich für mich als Asthmatiker selbstredend, seit Ende 2006 raucht auch meine Frau nicht mehr und die Wohnung ist endlich rauchfrei. Gerade in der Schwangerschaft und anschließend mit Kind sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.

-Keine Fertiggerichte: Fertiggerichte, die lediglich in der Mikrowelle oder im Backofen zu erwärmen sind haben wir völlig von unserer Speisekarte gestrichen. Diese Gerichte enthalten nämlich hohe Mengen an Lebensmittelchemie, minderwertigen Zutaten, zuviel Fett und haben einen sehr hohen Verarbeitungsgrad. Gesund ist an Fertiggerichten rein gar nichts; im Gegenteil.

-Hochwertige Lebensmittel: Der Anteil an Lebensmitteln aus ökologischer Produktion wird so hoch wie möglich gehalten. Außerdem haben wir gehaltlose Lebensmittel wie weißen Zucker, geschälten Reis, Halbfettprodukte, etc. von der Speisekarte gestrichen.

-Viel Flüssigkeit: Einer Theorie zufolge besteht die Ursache für den größten Teil körperlicher Erkrankungen in einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme der Menschen, sowie im Konsum ungesunder Getränke. Aus diesem Grund trinke ich täglich 4 Liter. Diese 4 Liter werden noch ergänzt durch den Anteil Flüssigkeit, den man mit der Nahrung aufnimmt. Seit ich die täglich aufgenommene Flüssigkeitsmenge von 2,5-3 Litern auf genannte 4 Liter gesteigert habe, erfahre ich deutlich weniger Erkältungen und andere Erkrankungen.

-Einmal pro Woche Salat: Salat mit frisch gesammelten Wildkräutern (Bärlauch, Sauerampfer, Schafgarbe, Brennesseln, etc.) kommt bei uns einmal pro Woche auf den Tisch. Neben den Wildkräutern verarbeite ich im Salat Erbsen, Mais, Tomaten, Gurke, selbstgemachten Käse, sowie Feld- und Eisbergsalat. Das Dressing mache ich  aus einer Mischung aus selbstgemachten Milchkefir, Distelöl und Essig, sowie ein paar Gewürzen. Sämtliche Zutaten, die ich im Salat verarbeite stammen aus biologischen Anbau, oder aus der Natur in der näheren Umgebung.

-Einmal pro Woche Fisch: Frischer Fisch kommt in meinem Haushalt einmal pro Woche auf den Tisch. In der Regel handelt es sich dabei um Forellen, die erst wenige Stunden zuvor geschlachtet und ausgenommen wurden. Hin- und wieder gibt es auch Karpfen und Saibling. Um die Meere vor weiterer Überfischung zu schützen, kaufe ich nur gezüchtete Süßwasserfische.

-Bioregionalismus: Dieser Begriff besagt, daß man seine Lebensmittel aus der näheren Umgebung bezieht und auf solche Lebensmittel gänzlich verzichtet, die aus anderen Erdteilen oder Ländern stammen. Es wird dabei von einer besseren Verträglichkeit und Verdaubarkeit regional angestammter Lebensmittel ausgegangen. Ein weiteres Argument für Bioregionalismus ist die Vermeidung von Verkehr und Abgasen beim Transport der Lebensmittel und eine wirtschaftliche Stärkung regionaler Produzenten.

 

3. Abhärtung: Zu meinem Selbstverständnis als moderner Germane gehört es auch, meinen Körper zusehends den verweichlichenden Einflüssen der Zivilisationsgesellschaft zu entziehen. Die ideale Form des Lebens als Naturgläubiger ist eine hundertprozentige Selbstversorgung in Abhängigkeit von der regionalen Natur. Dabei finden Bequemlichkeiten keinen Platz und körperliche Fitneß und die Verträglichkeit rauher Umweltbedingungen sind die vielleicht wichtigste Vorraussetzung. Ein Leben dieser Art strebe ich zwar in absehbarer Zeit nicht an, möchte mich mit den beschriebenen Umständen aber auch als Mitglied der Zivilisationsgesellschaft weitgehend vertraut machen. Aus diesem Grunde habe ich begonnen meinen Körper abzuhärten. Derzeit praktiziere ich dazu folgende Dinge:

-Minimales Beheizen des Raumes: In Bezug auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und spirituellem Wohl ist das heutzutage übliche Beheizen von Räumen in der kalten Jahrezeit auf 20°C, oder mehr, ein absoluter Frevel. Jedes einzelne Grad an zusätzlicher Temperatur erhöht den Energiebedarf und die CO2-Emissionen derart, das es bei den heute üblichen Raumtemperaturen insbesondere für einen Naturgläubigen nicht zu verantworten ist. Raumtemperturen von 14-16°C reduzieren den Energiebedarf mindestens um die Hälfte und sind mit etwas Gewöhnung immer noch als angenehm zu bezeichnen. Bevor unsere Kinder zur Welt kamen haben wir zwei oder drei Winter hindurch gar nicht geheizt und konnten uns gut bekleidet auch an Raumtemperaturen von 10-12°C gewohnen. Der Energiebedarf für einen warmen Tee, der einen aufwärmt ist bei weitem geringer, als heizen auf sommerliche Temperaturen. 

Selbst wenn man im Winter in unbeheizten Räumen friert, so ist dies nicht von Nachteil, denn auch unsere Ahnen hatten in ihren Hütten nur begrenzte Möglichkeiten zum Heizen und froren häufig. Wer den germanischen Glauben intensiv nachvollziehen, verstehen und leben will, für den gehört auch die Kälte im Winter dazu. Umso mehr lässt sich verstehen, weshalb sich bei den Ahnen eine so große Verehrung der Sonne, des Lichtes und der Wärme eingestellt hat. Darüber hinaus verbietet eine natürlichere, umweltbewußtere und nachhaltigere Lebensweise von vorneherein die Energieverschwendung, die wir in unserer heutigen Zivilisation für das Beheizen der Räume betreiben und die maßgeblich für die beginnende Klimakatastrophe verantwortlich ist.

-Barfußlaufen: Im Spätsommer 2009 habe ich damit begonnen gelegentlich auf Schuhe zu verzichten. Nachdem ich gesehen habe, das unser damals knapp 2jähriger Sohn von Anfang April bis Ende September ausschließlich barfuß gelaufen ist, ganz egal auf welchem Untergrund, hat mich dies inspiriert, es ihm im kommenden Jahr gleichzutun. Barfuß laufen gerät zusehends in Mode, wobei es nicht nur ein kleiner Trend ist, sondern in Bezug auf Körper und Gesundheit ganz enorme Vorteile bietet. Insbesondere bei Aufenthalten in der Natur gönnt man sich beim Barfußlaufen jedesmal eine kostenlose Fußreflexzonenmassage, da der Untergrund unregelmäßig und uneben ist. Barfußlaufen auf gepflasterten oder asphaltierten Straßen und Wegen ist diesbezüglich weniger ergiebig.

-Schlafen auf dem Fußboden, ohne Bett und Matraze. Ein einfaches Schafsfell als vor Kälte schützende Unterlage muß genügen. Weiche Matrazen begünstigen durch die unnatürliche Liegeposition sämtliche Rückenerkrankungen. Aus hygenischer Sicht sind Matrazen ebenfalls bedenklich, da sie über Jahre die Körperflüssigkeit und Hautreste des Menschen aufnehmen und so einen idealen Lebensraum für Milben, etc. bilden. Eine Matraze kann man schlecht in die Waschmaschine stecken, ein Schafsfell hingegen umso leichter. Lediglich seit unser Sohn zur Welt gekommen bin, mache ich Ausnahmen von dieser Praxis, wenn ich mich mit zu ihm ins Bett lege.

-Wechselbäder nach dem Duschen oder Baden härten gegen Erkältungen ab und wirken ausgesprochen vitalisierend. Außerdem fördern Heiß/Kalt Wechselbäder die Fähigkeit des Körpers zum Temperaturausgleich. Man friert im Winter weniger und schwitzt im Sommer nicht so viel. Nach Wechselbädern fühlt man sich so herrlich erfrischt und belebt.

-Übernachten in der Natur: Vor kurzem habe ich mir ein Zelt gekauft, um an Wochenenden und Feiertagen gelegentlich in den Wäldern meiner Heimat zu übernachten. Hierdurch möchte ich mich an ein Leben in der freien Natur gewöhnen und diese zu jeder Tages- und Jahreszeit noch genauer kennenlernen und noch intensiver erfahren, als es bei Festen, Radtouren und beim Kräutersammeln möglich ist. Natur intensiver zu erfahren und kennenzulernen heißt für mich als Asatruar vor allem, meinen Göttern näher zu sein und auch sie intensiver zu spüren.

 

4. Regelmäßiger Tagesablauf: Neben Bewegung, Ernährung und Abhärtung ist es für eine Stärkung des Abwehrsystems und eine gute Gesundheit von hoher Bedeutung, einem regelmäßigen Tagesablauf nachzugehen. Das heißt in der Praxis, jeden Tag zumindest ungefähr zur gleichen Uhrzeit aufzustehen und sich auch zur gleichen Uhrzeit zu Bett zu begeben. Ein ständiges Wechseln des Tagesablaufs stört erheblich den körpereigenen Biorhythmus und schwächt somit das Abwehrsystem.

Es kommt dabei aber nicht nur auf einen regelmäßigen Tagesablauf an, sondern auch darauf, morgens nicht zu lange zu schlafen und Abends nicht zu spät ins Bett zu gehen. Langschläferei fördert Trägheit und die Anfälligkeit für depressive Verstimmungen oder gar echte Depressionen. Allgemeingültige Uhrzeiten kann und will ich hier nicht angeben, denn jeder Mensch hat einen unterschiedlichen Bioryhthmus. Mir persönlich ist es am angenehmsten, morgens um 6:30-7:00 Uhr aufzustehen und Abends ca. gegen 22:00 Uhr ins Bett zu gehen. Gerade der Schlaf vor 24:00 gilt allgemeinhin als der gesündeste und wichtigste. An dieser Stelle muß ich aber zugeben, daß ich gerade mit dem Schlafengehen vor 24:00 Uhr in der Praxis noch so meine Schwierigkeiten habe. Nicht das ich nicht müde genug wäre, nur sind im Haushalt oft Abends noch so viele Dinge zu tun, das es nicht wie geplant mit dem Schlafengehen funktionieren will. Vielleicht hilft es, noch früher aufzustehen und dann wichtige Dinge zu erledigen... Ich arbeite daran!

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 29.11.2011