2.Eisenzeithaus

EISENZEITHAUS

 

 

In Darpvenne, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Osnabrück, befindet sich seit Sommer 2008 das sogenannte Eisenzeithaus. Es handelt sich um die Rekonstruktion eines Gebäudes aus dem 4. bis 3. Jahrhundert v.Chr. Die Rekonstruktion beruht auf einer archäologischen Ausgrabung aus dem Ort Holsten-Mündrup bei Georgsmarienhütte aus den 1980er Jahren. Beim Eisenzeithaus handelt es sich um ein Wohnstallhaus aus dem keltischen Kulturkreis. Vergleicht man die Konstruktion mit dem sächsischen (germanischen) Wohnstallhaus des Sachsenhofs aus dem 8.Jahrhundert n.Chr., also über 1000 Jahre später, so fallen auf den ersten Blick kaum Unterschiede auf.

Die Unterschiede zwischen Kelten und Germanen lagen mehr im mythologischen und sprachlichen Bereich, als im Hausbau oder der praktischen Gestaltung des alltäglichen Lebens. Aus diesem Grund wäre es engstirnig, wenn nicht sogar ignorant, dem Eisenzeithaus keine Fotoserie zu widmen, da sich diese Netzseite vorwiegend den Germanen widmet. Das Eisenzeithaus ist nicht nur ein "totes" Museum, sondern eine lebendige Einrichtung, die laufend Vorführungen, Kurse und Veranstaltungen zu den verschiedenen Themenbereichen des Lebens der Eisenzeit anbietet. So ist das Eisenzeithaus etwa 25-30 Kilometer nördlich von seinem Ausgrabungsort wiederauferstanden und wird im Laufe der nächsten Jahre durch weiteren Ausbau, Feste und Kurse an Attraktivität noch gewinnen.

Das Eisenzeithaus in Darpvenne ist die Rekonstruktion eines Wohnstallhauses des Typs Haps aus dem 4./3. Jahrhundert vor der Zeitenwende.

 

Dieser Gebäudetyp fand seine Hauptverbreitung im heutigen Osnabrücker Land, in der Münsterländer Bucht und westlich der Ems.

 

Das rekonstruierte Eisenzeithaus in Darpvenne wurde im Laufe des Jahres 2008 errichtet und am 14.09.2008 feierlich eröffnet.

 

Der Eingangsbereich des Eisenzeithaus.

 

Nach und nach wird die Anlage um weitere Elemente erweitert. Der Gemüse- und Kräutergarten wurde im Jahr 2009 angelegt.

 

Dieser Speicher entstand im Jahr 2012.

 

Das Innere des Hauses, hier ein Teil des Wohnbereiches. Im Hintergrund ist ein Gewichtswebstuhl zu erkennen.

 

Auf einfachen Regalen bewahrten unsere Ahnen die Gegenstände des täglichen Gebrauchs auf, z.B. Decken, Truhen, Nähzeug und Gefäße.

 

Zum Befeuern der Kochstelle im Wohnraum lagert in einer Ecke getrocknetes Holz und ein kleines Beil, um jederzeit kleinere Holzstücke nachlegen zu können.

 

Ungefähr in der Mitte des Wohnraumes befindet sich die Feuer- und Kochstelle. Im Hintergrund hat es sich unser Sohn Alwin schon auf einem Wildschweinfell gemütlich gemacht und fühlt sich wie Zuhause.

 

Oberhalb dieser Schlafstätte hängen getrocknete Kräuter, sowohl zur Verwendung als Heilkräuter, als auch zum Schutz vor bösen Geistern.

 

Speer und Schild standen bei den Ahnen meist in Griffweite der Schlaf- und Ruhestätte. Im Rekonstruierten Eisenzeithaus sind auch heute Übernachtungen für Besucher möglich.

 

Im hinteren Teil des Gebäudes befinden sich die Stallungen für die Tiere.

 

Ein handbetriebener Mahlstein zur Herstellung von Mehl.

 

Im überdachten Backofen konnte das selbstgemahlene Mehl sogleich zu Brot weiterverarbeitet werden.

 

Nach dem Ausbrennen des Feuers kann über der Glut im erhitzten Ofen gebacken werden.

 

Eine Darstellerin zeigt im Rahmen des Köhlerfestes, wie zur Zeiten der Ahnen gewebt wurde.

 

Hier sehen wird die Rekonstruktion einer schönen germanischen Borte aus dem 1. Jahrhundert nach der Zeitenwende.

 

In einem Weidenkörbchen liegen Borten aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen als Anschauungsmaterial.

 

Ein Arbeitsplatz zur Knochenbearbeitung. Wir sehen Werkzeuge, Rohmaterial und Ergebnisse der Knochenbearbeitung wie Kämme, Fibeln und diverse Werkzeuge.

 

Ein weiterer Darsteller führt das Handwerk der Knochenbearbeitung gekonnt vor.

 

Das wohl typischste Merkmal der Eisenzeit ist die Verhüttung von Raseneisenherz in Rennöfen.

 

Hier sehen wir einen weiteren, etwas kleineren Rennofen, rechts davon sind zunächst Schlacke und dann unterschiedlich große Brocken Raseneisenerz zu sehen.

 

Aus Lehm wird hier ein Blasebalg zum Schmieden des gewonnenen Eisens errichtet.

 

Diese hölzernen Götterfiguren wurden im Mai 2008 zum Richtfest des Eisenzeithauses aufgestellt und sollen dem Wohnstallhaus Schutz bieten.

 

Hier ist ein in Vorbereitung befindliches, germanisches Holzidol zu sehen; offensichtlich soll es eine männliche Götterstatue werden.

 

Während im vorherigen Foto die germanische Form eines Holzidols rekonstruiert wird, handelt es sich bei diesem Exemplar um die keltische Form.

 

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 26.10.2012