Kinder und Familie

KINDER UND FAMILIE

 

Alte Sitte und Kinder: Kinder spielen in der Alten Sitte eine große Rolle. Kinderlosigkeit und Alte Sitte schließen sich in der Regel aus. Zu welchem Zeitpunkt im Leben man als germanischer Heide mindestens ein Kind in die Welt setzt, bleibt einem natürlich selbst überlassen. Gewollte Kinderlosigkeit lässt sich für mich mit der Alte Sitte keinesfalls vereinbaren, da ein wesentlicher Teil des Glaubens die Ahnenverehrung ist. Alles was die Ahnen an die jeweils nächste Generation weitergegeben haben, woran sie geglaubt haben, wofür sie in die Schlacht gezogen sind und wofür sie sich dem Kampf des Lebens gestellt haben wird bei Kinderlosigkeit mit einem Schlag unwiderbringlich ausgelöscht. In Anbetracht dieses Sachverhaltes sollte man sich als germanischer Heide schon ganz genau überlegen, ob man dies den eigenen Ahnen gegenüber verantworten möchte.

Ein weiterer Grund, um nicht nur mindestens eines, sondern möglichst viele Kinder zu haben ist die zur Alten Sitte gehörende Lebensweise. Im Idealfall schafft man es, sich zumindest ein Stück weit von der Zivilisationsgesellschaft unabhängig zu machen und selbstversorgend zu leben. Wenn man eines Tages zu alt für die täglich anfallenden Arbeiten ist und die gewonnene Unabhängigkeit nicht an den grauen Alltag eines Altenheimes verlieren möchte, so braucht man Nachkommen, die für einen sorgen können. Gerade in einer Zeit wo die wirtschaftlichen Verhältnisse zusehends schwieriger werden, der Staat die Renten nicht mehr garantiert und an privaten Altersversicherungen vor allem die Banken und Versicherungen verdienen, bekommt das alte Modell der Familie und des 3 Generationen-Haushalts in der Zukunft eine neue Bedeutung.

Mir ist klar, das sowohl wir persönlich, als auch die Gesellschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiter von dem genannten Modell weg ist denn je, dennoch ist es als Alternative und evtl. einzige Lösung deutlich vor uns sichtbar. Wer sich jetzt auf den Weg in die genannte Richtung begibt, sollte sich aber darüber klar sein, Mitglied der Generation 0 zu sein und ganz am Anfang zu stehen. In einer Zeit, wo man selbst keine Möglichkeit sieht, wie man die eigenen Eltern versorgen kann, wird man allenfalls einen Stein ins Rollen bringen können und selbst wahrscheinlich noch nicht viel davon haben. Es kommt dann auf unsere Kinder und Kindeskinder an, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, bis eines Tages die Zeit der Ernte kommt und das beschriebene Modell wirklich funktioniert. Wie sagte man früher:: Den ersten den Tod, den zweiten die Not und den dritten das Brot!

 

Heidnische Erziehung?:  Da es enge Verwandschaften der Alten Sitte zu anderen heidnischen Glaubensrichtungen gibt und die folgenden Gedanken durchaus auch auf diese übertragbar sind, verwende ich an dieser Stelle den etwas allgemeineren Begriff "Heidnische Erziehung".

In nunmehr vielen Jahren als germanischer Heide ist mir im Internet, aber auch im direkten Kontakt mit anderen Gläubigen aufgefallen, das man mit dem Thema heidnische Erziehung sehr vorsichtig, ja sogar zögerlich und ängstlich umgeht. Oft hatte ich den Eindruck, das man sich scheut, die Glaubensinhalte und die damit verbundenen Werte an die eigenen Kinder weiterzugeben. Es war dann oft die Rede davon, das die Kinder unbeeinflusst bleiben sollen, um später selbst den für sie passenden Glauben zu finden. In manchen Fällen war die Rede davon, den Kindern sowohl die germanische, als auch die christliche Mythologie beizubringen, damit sie von Anfang an vergleichen und sich später entscheiden können. Nie habe ich es hingegen erlebt, das jemand sich in Bezug auf die religiöse Erziehung seiner Kindern eindeutig und klar zum germanischen Heidentum bekennt. Warum eigentlich nicht?

Jeder überzeugte Christ, Moslem, Jude, Hindu, oder was auch immer wird seinen Nachwuchs ganz selbstverständlich in seinem Glauben erziehen und käme wahrscheinlich nicht ernsthaft auf die Idee, dies nicht zu tun, oder den Kindern die Inhalte anderer Religionen ebenfalls beizubringen. Nun, diese eindeutige und klare Linie ist in erster Linie Ausdruck des monotheistischen Glaubens, der nur einen Gott kennt und sich ohnehin nicht hinterfragt. Das Vorhandensein vieler Götter und die sich daraus ableitende Toleranz gegenüber den Göttern anderer Religionen ist eine der wertvollsten Eigenschaften der heidnischen Glaubensrichtungen. Ich denke aber nicht, das wir diese Errungenschaft in Frage stellen, wenn wir uns bei der Erziehung unserer Kinder klar und eindeutig zum germanischen Heidentum bekennen und erstmal ausschließlich dieses unseren Jüngsten vermitteln. Das schließt nicht aus, das sie später etwas über andere Religionen erfahren und dann zu vergleichen beginnen. Bis einschließlich der Grundschulzeit halte ich es nicht für angebracht Kinder mit den Inhalten verschiedener Religionen zu konfrontieren.

Diese klare Einstellung und Haltung hatte ich ehrlich gesagt nicht von Anfang meiner Zeit als germanischer Heide an, sondern habe sie erst durch den Umgang mit meinen Kindern bekommen. Zunächst sehr vorsichtig habe ich sie mit Wodan, Donar, Hugin und Munin und andern Figuren aus unserer Mythologie bekannt gemacht und dabei schnell gemerkt, das die Kinder sie lieben. Obwohl meine Kinder derzeit noch sehr klein sind, kann ich bei Ihnen allen, insbesondere bei meinem älteren Sohn, feststellen das Ihnen der Glaube Halt gibt. Die Götter, Figuren und Geschichten aus der germanischen Mythologie, aber auch die von uns praktizierte naturnahe Lebensweise, stellen eine klare Linie dar, an der sich die Kinder offensichtlich orientieren. Dieser Halt ist sicher auch bei einer atheistischen Lebensweise möglich, solange klare Regeln und Strukturen vorherschen. Die Erziehung im religiösen Kontext bietet aber einige zusätzliche Aspekte, die den Kindern ein ganzheitlicheres Bild ihrer Umgebung präsentiert.

Selbst atheistisch und mit vielen wissenschaftlichen Erklärungen aufgewachsen, war mein Weltbild als Kind und Jugendlicher zwar voller Fakten und wissentschaftlicher Antworten, dennoch fühlte ich zunächst unbewußt, später bewußt, das man mir nur einen Teil des großen Ganzen vermittelt hatte. So machte ich in meiner Kindheit immer wieder die Erfahrung mit spirituellen Erlebnissen, die man mir nicht erklären konnte und sie teilweise auch nicht ernstgenommen hat. Diese Leere und Lücke, die ich in jungen Jahren empfunden habe, möchte ich meine Kinder nicht erleben lassen und erziehe sie daher selbstverständlich unserem Glauben entsprechend. Für eine heidnische Erziehung sprechen aber noch andere Dinge. Einmal vorrausgesetzt, die Kinder bleiben in späteren Jahren beim heidnischen Glauben, so haben sie dessen Grundlagen durch ihre Erziehung schon so früh erfahren, das sie ihr ganzes Leben lang Zeit haben, in die Tiefen unserer Glaubenswelt und Lebensweise einzudringen, während meine Generation zumeist erst im Alter zwischen 20 und 30 Jahren diesen Glauben für sich entdeckt hat.

  

Unsere Prinzipien: Als moderne Germanen möchten wir unsere Kinder entsprechend der zu unserem Glauben gehörenden Lebensweise groß ziehen. Das heißt aber nicht, das wir ihnen religiöse Inhalte und Prinzipien dogmatisch eintrichtern werden, sondern das ein lockerer und selbstverständlicher Umgang mit unserer Lebensweise stattfindet. Im Rahmen der Naturreligion Asatru heißt Kindererziehung für uns vor allem, uns nach den Vorgaben der Natur zu richten und auf unser Bauchgefühl dafür zu hören, was richtig ist und was nicht.

Unsere Einstellung beruht dabei auf dem Vertrauen darauf, das die in Jahrhunderttausenden entstandenen Vorgaben der Natur der bessere Weg sind, als das was diverse Forscher, Pädagogen und Autoren der letzten Jahrzehnte oft als bahnbrechende Neuerungen oder vermeintlich absolute Wahrheiten darstellen. Wenn Mütter ihre Kinder jahrtausende lang erfolgreich gestillt haben, ist es für uns unsinnig, dem Kind von vorneherein Flaschennahrung zu geben. Wenn Kinder von ihren Müttern seit der frühen Steinzeit am Körper in Tüchern getragen wurden, vertrauen wir auf diese Methode, anstatt das Baby in einen Kinderwagen abzulegen, etc.

 

Alltagsgegenstände: Zum Spielen für unsere Kinder halten wir nicht nur offizielles Spielzeug für geeignet, sondern auch verschiedene Alltagsgegenstände. Wir lassen die Kleinen mit so ziemlich allem spielen, was ungefährlich für ihn ist. Oft interessieren und faszinieren sie diese Dinge weitaus mehr als das eigentliche Spielzeug. Besonders gerne haben sie leere Plastikflaschen, Wasserkanister, den Staubsauger, Diskettenboxen, Papas Gummihammer und Schraubenschlüssel, mein altes Portemonaie, leere Shampooflaschen, Katzenspielzeug, die Fernsteuerung vom Fernseher, Zeitungen, usw.

Solange die Gegenstände ungefährlich für sie sind, heißen wir dies sehr gut, denn so lernen sie viel schneller und mehr, als nur mit oft abstrakten Spielsachen. Das unser Alwin schon mit 7 Monaten in der Lage war, gezielt Schrauben rauszudrehen und mir mit 8 Monaten beim Sammeln von Pflanzen hilft, zeigt uns, das sein Umgang mit den Alltagsgegenständen gut und richtig ist.

 

Alltagsrituale: Täglich zu gleicher Zeit wiederkehrende Abläufe, hier Alltagsrituale genannt, sind für Kinder sehr wichtig. Dieser feste Rahmen, in dem sich der Alltag abspielt, gibt Kindern während der ganzen Kindheit Sicherheit und Geborgenheit und lässt sie ihre Umwelt als verläßlich und berechenbar erleben. Was zu diesen Alltagsritualen gehört, kann in jeder Familie aus völlig unterschiedlichen Dingen bestehen; wichtig ist nur das es diesen festen Rahmen im Alltag gibt. Sind diese Alltagsrituale regelmäßig vorhanden und fühlt sich das Kind dadurch sicher und geborgen, kann es Neues viel bewußter aufnehmen, sich schneller und besser entwickeln, als Kinder die nur Unbeständigkeit und Chaos erleben.

Bei uns sind es das morgentliche Spielen Alwins nach dem Stillen, Fahrten in die Stadt oder Natur am frühen Nachmittag, Einkaufen gehen, Papa am frühen Abend in der Küche bei der Arbeit zusehen, das gemeinsame Abendessen und der anschließende Familienabend in der Stube, Alwins Einschlafen auf dem Sofa und das folgende gemeinsame zu Bett gehen am späten Abend. Verspäten sich mal einige dieser Tagesabschnitte aus verschiedenen Gründen, so quittiert Sohnemann das recht umgehend mit Nörgeligkeit und Gemecker.

Somit entsteht durch diese Alltagsrituale einerseits ein gewisser Zwang und Druck auf die Eltern, positiver gesehen kann man dem Kind aber auch gezielt Alltagsrituale angewöhnen und es passt sich dem Tagesablauf der Eltern an. Im Idealfall passen sich beide Seiten aneinander an und finden einen gemeinsamen Ablauf, der Kind und Eltern gerecht wird. Das braucht sicher ein paar Wochen und Monate, bei uns habe ich aber den Eindruck, das wir recht schnell so einen gemeinsamen Ablauf gefunden haben, der uns allen gerecht wird.

 

Ausflüge: Häufige Ausflüge an die frische Luft und in die Natur gehören bei uns zum Standartprogramm. Meine Frau fährt mit den Kindern vorwiegend in die Stadt zum Kindersport, Eltern-Kind-Kursen, bzw. nimmt sie mit, wenn sie Besorgungen macht. An den Nachmittagen und am Wochenende mache ich mit den Kindern ausgedehnte Ausflüge in die umgebende Natur. Als die Kinder als Säuglinge noch alle 2-3 Stunden die Brust, bzw. die Flasche bekommen mußten, war unser Radius zu Fuß, oder mit Fahrrad und Kindertransproter noch auf einen Radius von ca. 15 Kilometer begrenzt. Seit die Säuglingsphase bei allen drei Kindern zuende ist, haben wir in dieser Hinsicht natürlich mehr Freiheit. So habe ich mit unserem Alwin viele lange Radtouren bis in 45 Kilometer Entfernung unternommen. Frische Luft bei fast jedem Wetter halten wir auch für ein noch sehr kleine Kinder für sehr gesund und wichtig. Erstmal können sie so von Anfang an ein stabiles Abwehrsystem aufbauen und sich außerdem an die Bedingungen in der heimischen Natur gewöhnen. Selbstverständlich sind sie grundsätzlich mit Mütze, Babyschuhen, Wärmeschutz und allen nötigen Maßnahmen ausgestattet, um bei diesen Ausflügen nicht auszukühlen und gesund zu bleiben.

Die Kleinen legen aber offensichtlich auch selbst großen Wert auf frische Luft, denn wenn sie bis zum Nachmittag nicht zumindest kurz draußen gewesen sind, kann man sie weder durch wickeln, stillen, spielen, oder sonst etwas beruhigen. Sobald man mit ihnen rausgeht sind sie dann plötzlich bestens zufrieden. Bei den Ausflügen sind sie alle grundsätzlich bester Laune und strahlen einen unterwegs und auch danach Zuhause ganz glücklich an.

 

Baden: Bereits vor seiner Geburt haben wir für Alwin eine Babybadewanne besorgt, diese aber nie benötigt. In den ersten Wochen mochten wir ihn einfach noch nicht ins Wasser stecken. Als er 6 Wochen alt war, kamen wir auf die Idee, ihn beim Baden in der großen Badewanne einfach mal mitzunehmen. Dies hat ihm auf Anhieb sehr gut gefallen und wird seitdem 2-3 Mal pro Woche wiederholt.

Da ein Mensch, egal ob groß oder klein, im Wasser nunmal bedeutend leichter ist, als außerhalb, konnte Alwin in der Wanne schon im Alter von weniger als 4 Monaten mit Festhalten am Beckenrand stehen. Seit dem Alter von 6 Monaten brauche ich ihn während der ca. 30 Minuten des Badens gar nicht mehr festhalten und er kann sich frei bewegen. Es reicht, wenn ich einfach mit dabei bin, um aufzupassen das nichts passiert, bzw. ihn augenblicklich wieder hochzuziehen, wenn er doch mal ins Wasser plumpst.

Durch die Leichtigkeit in der Wanne kann das Kind schon Bewegungsabläufe üben, die außerhalb erst Wochen oder Monate später möglich wären. Darüber hinaus ist das Baden ansich ein eindrucksvolles Erlebnis und Sinnesreiz für das Kind. Alwins erstaunlich schnelle Entwicklung in Bezug auf motorische und auch andere Fähigkeiten bestätigt unseren Glauben daran, das sowohl das Baden, das Spielen mit Alltagsgegenständen und unsere anderen Prinzipien gut funktionieren und richtig sind.

 

Elternbett: Ein eigenes Zimmer bekommt Alwin erst mit 1,5 Jahren, da wir überhaupt nichts davon halten, einen Säugling allein im Babybett in einem Zimmer abzustellen. Wer soetwas macht darf sich nicht wundern, wenn das Kind schreit und schlecht zu beruhigen ist. 

Über all die Errungenschaften der Zivilisation und den Fortschrittsglauben darf man keinesfalls vergessen, das dies erst Entwicklungen der letzen Jahrzehnte, oder allenfalls weniger Jahrhunderte sind und im Menschen nachwievor jahrtausende alte Gewohnheiten und Instinkte aktiv sind. Ein allein im Zimmer gelassener Säugling gerät daher schnell in den Zustand von Todesangst, da er sich instinktiv fühlt als würde er alleine in der Steppe liegen und wilden Tieren zum Fraß ausgesetzt sein...

Wir halten es hingegen so, daß Alwin bei uns im Elternbett, oder direkt daneben in seinem Babybalkon schläft. Ein Babybalkon ist ein mit Gittern versehenes Babybett, das zu einer Seite hin offen ist und so unmittelbar an das Elternbett gestellt werden kann. So schläft der Säugling nicht nur bei den Eltern im Schlafzimmer, sondern kann mit einem Griff jederzeit zu diesen ins Bett geholt werden. Die oben beschriebenen Probleme mit dem alleingelassen fühlen, werden so von vorneherein vermieden.

Das Alwin ruhig ist, sobald er in seinem Babybalkon liegt und dies schon im 2. Monat bis zum Aufstehen am nächsten Morgen bleibt, bestätigt uns die Richtigkeit unserer Philosophie.     

 

Ernährung:

 

Gebete: Zu Beginn der Mahlzeiten, sowie zum Schlafengehen, haben wir kurze Gebete eingeführt, seit Alwin 1 1/2 Jahre alt ist. Diese dienen derzeit noch nicht unbedingt dazu die Inhalte unseres Glaubens zu erlernen, sondern sind eher im Sinne von regelmäßigen Alltagsritualen zu verstehen. Noch sind diese Gebete im Rahmen kurzer Sprüche gehalten, um Alwin Aufmerksamkeit und Verständnis nicht zu überfordern. Im Laufe der Zeit werden diese Sprüche dann in Form und Inhalt erweitert.

 

Haustiere:

 

Holzspielzeug: Als Naturgläubige bevorzugen wir für unser Kind Spielzeug aus natürlichen Materialien, vorwiegend Holz. Da wir keine Dogmatiker sind, wird Plastikspielzeug nicht ganz ausgeschlossen, aber so gering wie möglich gehalten. Aus Holz gibt es wunderschönes, klassisches Kinderspielzeug, wie z.B. die Holzeisenbahn, Kugelbahn, Bauklötze, etc. Schöne Produkte bietet vor allem die Firma Eichhorn (nein, für diese Empfehlung bekommen wir nichts von denen).

 

Kindertransporter: Da die Anschaffung eines PKW nicht zu unseren Einstellungen als Asatruar passt, wir mit dem Kind aber dennoch mobil sein wollen, haben wir uns einen sogenannten Kindertransporter gekauft. Diesen kann man hinter das Fahrrad spannen und so die gewünschten Ziele in der Umgebung auch mit dem Kind erreichen. Unser Alwin hat seine erste Fahrt im Kindertransporter bereits im Alter von 6 Wochen gemacht. Vorraussetzung für eine Fahrt mit Säuglingen ist eine sogenannte Weberschale. Dieser Sitz ist als Zubehör erhältlich und an die Größe und Ergonomie der Kleinsten angepasst. Die Weberschale widerrum lässt sich durch eine kissenartige Kopfhalterung ergänzen. So kann der Kopf nicht unkontrolliert hin- und herschaukeln und die Sicherheit des Kindes ist garantiert. Die Weberschale haben wir genutzt, bis Alwin 8 Monate alt und plötzlich zu groß dafür war.

In den Urlaub nach Italien, oder sonstwohin schafft man es mit so einem Kindertransporter zwar nicht, aber zu unserer Lebenseinstellung passen so weite Reisen ohnehin nicht. Wir möchten uns nur in der Region bewegen und dazu ist so ein Kindertranpsorter ideal. Ob es sich um notwendige Fahrten in die Innenstadt, oder schöne Ausflüge in die umgebende Natur handelt, spielt keine Rolle. Der Kindertransporter ermöglicht es uns. Sobald Alwin etwas größer ist, wird er so auch mit zum Milchholen beim Bauern, zum Wasserholen an Quellen, zum Kräutersammeln und zu Festen in der Natur gefahren.

 

Körperkontakt: Sehr wichtig ist es uns, daß wir unseren Kind von Anfang an soviel Körperkontakt wie möglich bieten, damit er sich geborgen und geliebt fühlt und sich zu einem sozial intelligenten Menschen entwickeln kann. Als lange überholt und geradezu barbarisch haben sich alte Weisheiten aus dem 19. oder 20. Jahrhundert erwiesen, wonach ein Säugling in den ersten 3 Monaten noch nichts von seiner Umwelt mitbekommt, keine Gefühle hat und keine Schmerzen fühlt. Das Gegenteil ist der Fall ! und deswegen ist es gerade in den ersten Monaten und Jahren für ein Kind extrem wichtig, Aufmerksamkeit, Liebe und Körperkontakt zu bekommen. Was man in dieser Zeit verpasst, lässt sich später nicht mehr nachholen. Durch die anderen hier beschriebenen Punkte wie Elternbett, Stillen und Tragegurt können wir unserem Kind geben, was es braucht.

 

Körperliche Abhärtung: Obwohl wir Alwin soviel Körperkontakt und menschliche Wärme wie nur irgend möglich geben, wird er nicht verhätschelt. In körperlicher Hinsicht erfährt er den notwendigen Schutz vor ernsthaften Verletzungen, Erkrankungen und Fehlentwicklungen, aber auch nicht mehr als dies. Wenn er beim Laufen fällt helfen wir ihm auf, wenn er selbst nicht dazu in der Lage ist, ansonsten muß er selbst wieder auf die Beine kommen. Gibt es nach einem Sturz Tränen und Geweine, wird er kurz getröstet, dann aber sogleich zum Weitermachen ermuntert und nicht lange bemitleidet und betüddelt. Ebenso bewahren wir ihn nicht davor, sich hier und da mal zu stoßen und zu erfahren, was im Leben schmerzhaft sein kann. So kann er seine eigenen Erfahrungen machen und umgehend daraus lernen.

Beim Baden macht er seit seinem 1. Geburtstag meine Wechselbäder in der Badewanne mit und kann so sein Immunsystem stärken; allerdings begrenze ich die Warm-Kalt-Unterschiede auf ein für ihn verträgliches Maß, wenn er mit in der Badewanne ist. Eine Wärmelampe über der Wickelkommode und Raumtemperaturen über 20°C, wie in den ersten 5 Tagen im Krankenhaus, hat Alwin Zuhause nie kennengelernt, wobei zu bedenken ist das er im Sommer geboren wurde. An die zum Herbst und Winter abnehmenden Temperaturen konnte er sich so langsam gewöhnen. Ebenso wird bei uns auch im Winter in den Schlafräumen nicht geheizt. Ein dicker Schlafsack, eine Warme Decke, warme Bekleidung und Aneinanderkuscheln halten auch in einem kühlen Raum warm. Alwin hat das nie anders kennengelernt und reagiert daher bei Ausflügen nach Draußen auch im Winter äußerst unempfindlich auf Kälte und ist kaum krank. Wer Alwin persönlich kennt und sich wundert, das er gleichzeitig sehr glücklich und in vielerlei Hinsicht hart im Nehmen ist, kann den Grund darin sehen, daß er ein Höchstmaß an Zuneigung und Liebe erfährt, aber auch nicht über das nötige Maß hinaus beschützt wird.

 

Mithilfe:

 

Namensgebung: Als germanische Heiden war für uns von vorneherein klar, das unser Kind einen Namen haben soll, der im Bezug zum Glauben und zur nordischen Mythologie stehen soll. Damit ehren wir die Götter, die uns den Kinderwunsch erfüllt haben und uns ein Kind geschickt haben, daß zu uns passt. Außerdem steht das Kind so von Anfang an unter dem Schutz unserer Götter.

Ebenso wichtig war uns, daß es ein Name sein soll, mit dem das Kind trotz des Bezuges zu den Ahnen in der heutigen Zeit bestehen kann. Man täte seinem Kind keinen Gefallen, wenn es einen Namen trägt, der so ungewöhnlich und auffallend ist, daß es damit zur Zielscheibe von Hänseleien wird. Um in dieser Hinsicht ganz sicher zu gehen und unserem Kind selbst die Möglichkeit zu geben, sich später für einen Namen zu entscheiden, war für uns ebenso klar, das es einen etwas gewöhnlicheren Zwischennamen erhalten soll. 

 

Schlafen:  

 

Spiritualität:

 

Stillen: Solange nicht körperliche oder gesundheitliche Gründe ein natürliches Stillen des Kindes an der Mutterbrust vereiteln, können wir nicht verstehen, weshalb viele Mütter ihrem Kind lieber die Flasche als die Brust geben. Der Mensch ist ein Säugetier und dazu geschaffen, als Säugling die Mutterbrust zu bekommen. Was Mutter Natur vorgibt erweist sich selbst kurzfristig meist als richtig und gut.

Zunächst einmal ist Stillen viel einfacher und kostengünstiger, als Babymilch zu kaufen, Fläschchen auszukochen, etc. Darüber hinaus hat Muttermilch immer genau die Inhaltsstoffe, die das Kind im jeweiligen Moment braucht, da sie sich bei jedem Stillvorgang anpasst. Ebenso schützt die Muttermilch den Säugling besser vor Infektionen, da die Abwehrkräfte der Mutter in ihrer Milch enthalten sind. Die Wahrscheinlichkeit, daß das Kind später einmal Probleme mit Allergien hat wird durchs Stillen auch reduziert. Nicht zuletzt bietet das Stillen dem Kind auch die körperliche Nähe zur Mutter, die es braucht.

 

Stoffwindeln: Von Stoffwindeln als Alternative zu den üblichen Papierwindeln hatten wir schon lange vor Alwins Geburt gehört, konnten uns aber nicht vorstellen, daß diese ob des häufigen Waschens praktikabel sein können. Erst einige Wochen nach seinem ersten Geburtstag kamen wir auf einem Familientreffen in direkten Kontakt zu Stoffwindeln und schon der erste Eindruck überzeugte uns, eine größere Anzahl davon zu kaufen. Die Anschaffung der Stoffwindeln ist mit einem Stückpreis von ca. 10-20 Euro, je nach Windelsystem, zwar recht hoch, macht sich aber schon mittelfristig bezahlt. Eine Packung Papierwindeln kostet zwischen 7 und 14 Euro und ist insbesondere bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen in 2-3 Tagen verbraucht. Rechnet man diese Kosten hoch, wird die Ersparnis durch Stoffwindeln schnell deutlich.

Neben den finanziellen Aspekten sind Stoffwindeln auch zu befürworten, da man mit ihnen nur einen Bruchteil des Mülls verursacht, der mit den üblichen Papierwindeln anfällt. Dabei ist der anfallende Müll bei diesen nur einer der negativen Aspekte, denn zur Herstellung von Papierwindeln werden Bäume gefällt, Chemikalien verbraucht, Verpackungsmaterial verschwendet, etc. Stoffwindeln haben daher eine um Längen bessere Ökobilanz, als ihre Entsprechung aus Papier.

Eine Stoffwindel besteht im Prinzip aus einem Kunststoffhöschen, das von innen mit recht dickem Stoff ausgekleidet ist. Zusätzlich wird eine Einlage aus Stoff zwischen Plastik- und Stoffhülle geschoben und die Windel abschließend mit einem waschbaren Zellstoffflies ausgestattet. Verschlossen wird das Stoffwindelhöschen mit Druckknopfverschlüssen. Bei lediglich nassen Verschmutzungen lässt sich sogar das Zellstoffflies mitwaschen und wiederverwenden, bei festen Verschmutzungen wird es weggeworfen und das Windelhöschen samt Einlage gewaschen.  

 

Tragehilfen: Anstatt des üblichen Kinderwagens verwenden wir diverse Tragehilfen. Diese haben eine Jahrtausende alte Tradition und wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert durch Mode, Geschäftemacherei und falschen Fortschrittsglauben vom Kinderwagen abgelöst. Tragehilfen bieten einige Vorteile, die wir nicht missen möchten. Zunächst einmal sind Tragehilfen für 50 bis 100 Euro zu bekommen und damit deutlich günstiger als Kinderwagen. Letztere sind außerdem furchtbar sperrig; wie oft sieht man Eltern, die sich mit den großen Wagen in den Bus quetschen, oder kaum hineinkommen? Ebenso habe ich das Bild von Eltern vor Augen, die sich abmühen und stressen, um den Kinderwagen doch noch irgendwie ins Auto zu bekommen.

Was für ein Unsinn! Tragehilfen sind leicht, lassen sich schnell zusammenlegen und in der Handtasche verstauen. Busse kann man problemlos besteigen und braucht dort mit dem Kind vor dem Bauch kaum mehr Platz als alleine. Den allergrößten Vorteil der Tragehilfen habe ich dabei noch gar nicht erwähnt: Der Körperkontakt. Das Kind wird in der sogenannten und von der Natur vorgegebenen Spreiz-Andockhaltung vor Brust und Bauch geschnallt und spürt ständig Nähe und Wärme des Elternteils und fühlt sich geborgen und geschützt. So kommt es zu wesentlich weniger Schreierei in der Öffentlichkeit, als wenn das Kind mit 1 Meter Abstand zur Mutter alleine im Wagen liegt.

Auch für den tragenden Elternteil ist die Nähe zum Kind angenehm, denn man weiß immer wie es dem Kind geht und spürt es sofort, wenn etwas nicht stimmt. Darüber hinaus kann man so selbst mit Kindern im Säuglingsalter viel mehr unternehmen, als mit einem sperrigen Kinderwagen. Unsere Kinder haben wir, als sie noch sehr klein waren, auch Zuhause in der Tragehilfe getragen, wenn Hausarbeiten anfielen, wir vor dem Rechner saßen, etc. Außerdem kann man die Kleinen so gut mitnehmen wenn man Früchte, Kräuter und Pilze sammlt, zum Einkaufen geht, etc. Wir sind uns sicher, daß unsere Kinder so von Anfang an mehr von der Welt mitbekommen und lernen als die Kinderwagenkinder.

 

Vaterschaft:

 

Vätermonate: Seit dem 01.01.2007 besteht in Deutschland nicht nur für Mütter die Möglichkeit, nach der Geburt des Kindes einige Zeit Pause vom Beruf zu machen und sich um die Kinder zu kümmern, sondern auch für Väter. Insgesamt zahlt der Staat für eine Zeit von 14 Monaten das sogenannte Elterngeld, welches 70% vom letzten Gehalt oder Lohn entspricht. Diese 14 Monate kann entweder die Mutter voll in Anspruch nehmen, oder jedem der beiden Elternteile stehen je 7 Monate zur Verfügung. Ob man diese gleichzeitig nutzt, oder nacheinander, kann man sich aussuchen.

Wir haben uns für die Variante entschieden, das wir die ersten beiden Monate mit Kind zusammen verbringen und die Mutter anschließend noch 10 Monate Pause vom Beruf macht. Beim unseren Zwillingen werden wir vorraussichtlich beide gleichzeitig 7 Monate Zeit für die Kinder nehmen.

 

Germanenkinder:

An Kraftplätzen die Götter ehren,

 

mit heimischen Tieren auf Du und Du sein,

 

im Urwald rasten, 

 

frisches Quellwasser trinken,

 

Wasserlinsen essen,

 

gemeinsam stark sein,

 

historische Orte kennenlernen (Sitz der Veleda an den Externsteinen),

 

Körner zu Mehl mahlen wie in der Jungsteinzeit,

 

ein Bett aus Stroh der Bronzezeit kennenlernen,

 

die Furt eines Wildbaches überqueren,

 

Naturbrücken nutzen,

 

Malzbier am Großsteingrab opfern,

 

Bogenschießen kennenlernen,

 

viele Gipfel ersteigen und dabei auch mal richtig naß werden,

 

altes Handwerk erfahren,

 

sich mit Tieren vertraut machen,

 

Hindernisse überwinden,

 

Opferstätten in der Nacht besuchen,

 

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 05.04.2013